Magdeburg. Die Suche des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg nach einem neuen Präsidenten gestaltet sich schwierig. Zwar hat der Aufsichtsrat (AR) zahlreiche Gespräche geführt, aber eben noch keinen Nachfolger für Volker Rehboldt gefunden. Einer, der durchaus bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und dies AR-Chef Rüdiger Koch auch schon zweimal mitgeteilt hat, ist Andreas Müller.

Der 44-jährige selbständige Unternehmer (Vermarktung und Verwaltung von Immobilien) ist beim FCM kein Unbekannter, bekleidete er doch vier Jahre lang, zunächst unter Lutz Trümper und anschließend unter Ingolf Nitschke, das Amt des Vize-Präsidenten und trat Ende September 2004 zurück.

Im Gespräch mit der Volksstimme legt der dreifache Familienvater Wert auf die Feststellung, dass er große Achtung vor der geleisteten Arbeit des zurückgetretenen Präsidiums habe, dass aber das derzeitige Vakuum schnellstmöglichst ein Ende finden müsse. "Dabei", so Müller, "traue ich mir durchaus das Amt des Präsidenten zu, muss aber nicht zwingend ganz vorn stehen, sondern würde ebenso eine andere Rolle wie z.B. im Marketing übernehmen."

Müller, der mit Herzblut FCM-Anhänger ist und sich auch beim HSV engagiert, hat genaue Vorstellungen, wie der Club zunächst wieder ins ruhige Fahrwasser und dann endlich in höhere Spielklassen geführt werden könnte: "Die Entwicklung der 1. Mannschaft muss im Vordergrund stehen, diesem Ziel alles andere untergeordnet werden. Es muss Schluss sein mit der Grüppchenbildung, sondern alle Kraft gebündelt werden. Es geht nur in der Gemeinschaft." Ferner will Müller die eigenen Talente mehr fördern und unterstützen, kann sich diesbezüglich auch Patenschaften vorstellen. Darüber hinaus möchte er den Wirtschaftsrat und den Marketingbereich ausbauen bzw. das Scoutingsystem verbessern.

Bei allem Engagement für den FCM war der 44-Jährige aber nie unumstritten, weiß, dass er polarisiert. Auf die Frage, wa-rum das so ist, lautet seine Antwort: "Weil ich ein kritischer Mensch bin, der den Mund aufmacht, mich auf Mitgliederversammlungen durchaus negativ äußere und damit nicht bei allen ein Wohlgefallen auslöse ... Ein Aufsichtsratsmitglied hat kürzlich zu mir gesagt, ich wäre zu kritisch offensiv." Wie sehr aber Müller an "seinem" FCM hängt, belegt auch die Tatsache, dass er sich spontan bereit erklärt hat, einen der Neuzugänge privat zu finanzieren.

AR-Boss Koch äußerte sich im Übrigen zu der Personalie Müller wie folgt: "Namen möchte ich im Moment nicht kommentieren."