Mit Konstantin Rost ist der Generationenwechsel im Kirchspiel Süd abgeschlossen. Nach den Verabschiedungen von Joachim Hoffmann und Conrad Herold im Vorjahr verkünden nun Brigitte Enke und Konstantin Rost Gottes Botschaft zwischen Sudenburg und Hopfengarten.

Sudenburg, Lemsdorf, Reform, Hopfengarten, Leipziger Straße. "Als Erstes möchte ich herausfinden, wie die Leute ticken, denken, leben." Konstantin Rost hat klare Vorstellungen davon, wie er Gottes Wort im Süden der Stadt unter die Leute bringen will: "Garantiert nicht mit dem Holzhammer oder von der Kanzel herab." Kirche dürfe sich dem Zeitgeist nicht verwehren, wenn sie eine Zukunft haben wolle. Dramatisch sei der Verlust der Mitglieder in den vergangenen Jahrzehnten. Konstantin Rost weiß, wie schwer es nach Jahrzehnten gelebten Atheismus ist, die junge Generation zu bekehren: "Die biblische Tradition wird heute nicht mehr über die Eltern und Großeltern an neue Generationen weitergegeben. Das ist ein großes Problem." Zudem hat auch die Kirche in Magdeburg mit der demografischen Entwicklung zu kämpfen – die meisten Gottesdienste machen den Eindruck von Seniorentreffen.

Das alles weiß Konstantin Rost, der junge Neue unter dem Talar: "Ich denke, eine meiner wichtigsten Aufgaben ist es, junge Leute anzusprechen und auf christliche Werte aufmerksam zu machen." Neulich habe er eine interessante Studie in den Händen gehalten: "Darin stand, dass die Deutschen in zwölf Milieus leben – nur zweieinhalb davon erreicht Kirche." Natürlich könne er die Welt nicht ändern, und allein das Wissen um die Defizite mache niemanden zum Wundertäter oder gar Messias. Doch ihm bleibt nichts anderes übrig, als für die christliche Gemeinschaft zu werben: "Auf der Straße, in Vereinen, Schulen – einfach überall." Ein schneller Erfolg – sprich Zuwachs in den Gemeinden – sei illusorisch: "Das Christentum ist wie eine Fremdsprache. Man muss es sich erst aneignen, und das ist ein Prozess über viele Jahre."

Konstantin Rost aber ist ehrgeizig und verbeißt sich in oft schwierige Aufgaben. Das war schon immer so. Geboren und aufgewachsen in der Lutherstadt Eisleben, wird er durch die Kinder- und Jugendarbeit der Kirche geprägt. Auch der Weg seines zwei Jahre älteren Bruders Johannis-Christian dürfte nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sein – der Bruder macht sich als Erstes auf den Weg in ein Pfarreramt. Konstantin studiert von 1996 bis 2003 Theologie in Berlin, Wien, Heidelberg und Rom. 2005 absolviert er sein Vikariat in der Magdeburger Altstadtgemeinde, wechselt von 2007 bis 2010 als Referent von Landeskirchenpräsidentin Brigitte Andrae in die Kirchenverwaltung: "Auf Dauer war das nichts für mich, es war mein Wunsch, eine Pfarrstelle zu übernehmen und praktische Christenarbeit zu leisten."