Zum 1. Mai dieses Jahres werden die Müllgebühren höher. Sie steigen durchschnittlich um 16 Prozent. Auch die Straßenreinigung wird teurer. Grund: Die Übernahme der Winterdienstpflichten an den MVB-Haltestellen. Die Kosten werden umgelegt auf die Allgemeinheit.

Magdeburg. Zwei Jahre nach der letzten Gebührenerhöhung (1. April 2009) muss in Magdeburg erneut für die Müllabfuhr mehr bezahlt werden. 16,08 Prozent soll ab 1. Mai 2011 die Restmüllentsorgung im Durchschnitt mehr kosten.

Auch die Sperrmüllabfuhr wird teurer – hier müssen sogar 17,17 Prozent mehr draufgelegt werden.

Das gab die Stadtverwaltung gestern Nachmittag bekannt. Zuvor hatte in nichtöffentlicher Sitzung die OB-Beigeordnetenrunde ein entsprechendes Maßnahmepapier bestätigt.

Die wichtigsten Punkte darin: Die Gebühren für die regelmäßige Restabfallabfuhr steigen zwar. Für die Bioabfallabfuhr dagegen bleibt der Preis stabil, auch bei den Garten- und Parkabfällen (Container) ändert sich nichts.

Beispielrechnung für Restmüll: Bei einer für einen 3-Personenhaushalt typischen Abfallentsorgung von einem 60-Liter-Restabfallbehälter und einem 60-Liter-Bioabfallbehälter bei jeweils 14-täglicher Abfuhr erhöht sich die Jahresgebühr um 8,28 Euro. Statt 91,80 Euro müssen 100,08 Euro bezahlt werden (siehe Grafik).

Beim Sperrmüll allerdings dreht der Abfallwirtschaftsbetrieb an der Preisschraube Die Containerbereitstellung soll durchschnittlich 17,17 Prozent mehr kosten.

Mehr kosten werden auch die Gebühren für Container mit einem Volumen von 1,3 Kubikmeter für folgende Abfallarten:

- Baustellenabfälle, Bau-/Abbruchholz von 51,10 Euro auf 57,75 Euro ,

- Bodenaushub, Bauschutt von 14,30 Euro auf 57,75 Euro (303,87 Prozent).

Grund für die Pläne zur Anhebung der Gebühren ist die Kostenunterdeckung der vergangenen Kalkulationsperiode (2 Jahre). Am heftigsten zu Buche schlagen die Stilllegungs- und Nachsorgekosten für die Deponie Cracauer Angern. Insgesamt beträgt hier das sogenannte Rückstellungsdefizit 8,1 Millionen Euro. Bis 2013 muss der Betrieb 1.74 Millionen Euro pro Jahr aufwenden. Um die Kosten bei Restabfallgebühren zu stabilisieren, werden die Erlöse aus dem Verkauf von Altpapier berücksichtigt, sagte Doris König, Leiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes. Die Stadt sammelt es seit einigen Jahren aus den Haushalten. Sie forderte deshalb die Magdeburger auf, im eigenen Interesse gut den Abfall zu trennen.

Zweite Hiobsbotschaft aus dem Betrieb: Erstmals nach 5 Jahren werden auch die Straßenreinigungskosten erhöht (siehe Grafik). Grund dafür ist die Tatsache, dass die MVB jetzt für alle ihre über 500 Haltestellen selbst die Winterdienstpflicht übernehmen sollen.

Die vorherige Regelung (teilweise Anliegerpflicht) funktionierte nicht und wurde heftig kritisiert. Zum 1. November dieses Jahres wird die Regelung in Kraft treten, kündigte Andreas Stegemann, stellvertretender Betriebsleiter, an. Auch wird der öffentliche Anteil bei der Reinigung von 42,72 auf den gesetzlichen Mindestwert von 25 Prozent abgeschmolzen.

Das soll beitragen, den Haushalt zu konsolidieren.

Die Magdeburger werden auch dafür indirekt zur Kasse gebeten. Kleiner Trost(?): Für die in der Beispielrechnung angeführte Restmüll- und Bio-Tonnen-Abfuhr müssen in Braunschweig 187,68 Euro und im Bördekreis 168,83 Euro bezahlt werden. Außerdem: Es bleibt bei der 2-mal jährlich gebührenfreien Sperrmüllabfuhr. Die kostenfreie Abgabe von Kleinmengen sowie von Schadstoffen auf den Wertstoffhöfen wird gleichfalls weiter möglich sein.

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