So wie Anika Willing auf der "Grünen Woche" in Berlin unlängst eine Zeitreise ins Mittelalter antrat, sollen es vom 2. bis 4. September Zehntausende Elbestädter tun. Denn in knapp acht Monaten erlebt die Elbestadt mit dem "Kaiser-Otto-Fest" das größte Mittelalterspektakel ihrer Geschichte. Anika Willing gab im Kostüm von Königin Editha auf der "Grünen Woche" sozusagen das Startsignal für eine Werbeoffensive außerhalb der Stadtmauern.

Das neue "alte" Fest soll nach dem Willen der Stadt für Furore sorgen und die Faszination des Mittealters nun auch in Magdeburg hoffähig machen. Magdeburg bietet dafür schon einmal eindrucksvolle Kulissen für ein modernes Spektakel von gestern an: Kloster, Gouvernementsberg, Fürstenwall, Kiek in die Köken, Möllenvogteigarten, Bastion Cleve oder Dom sind dann auch als "Spielorte" vorgesehen – für historisch berühmte Magdeburger, für Ritter und Gaukler, Spielleute und Herolde, Bettler und Färber, Stelzenläufer und Feuerspucker, Wahrsager und Wunderheiler, Hofnarren und Hofdamen, Kerkermeister und Henker, Diebe und Halunken.

Das Programm-Konzept verspricht eine Menge Attraktionen. So soll General Steuben mit der Stadtwache üben, Minnesänger gegeneinander trällern, Ritter mit den Schwertern kämpfen, Guericke seine Halbkugeln zu trennen versuchen oder Dr. Eisenbart Todkranke heilen. Von Festbankett bis Ritterschlag, von Ablasshandel bis Ritterlager, von Inquisition bis Bettelorden – das kaiserliche Fest will zeigen, wie es in Mägdebourch einst so zuging.

Doch ein so großes Spektakel funktioniert nur, wenn sich möglichst viele Magdeburger selbst daran beteiligen. Auf der Internetseite www.kaiserottofest.de kann man sich bereits als Akteur eintragen. Auch Ideen sind willkommen. Der frühe Vogel fängt den Wurm, sagt der Volksmund, zumal das Mittelalterfest zu einer Tradition werden soll. In dieser Sache könnte man frei übersetzen: Früh geworben, nie gestorben ...