Der gegenwärtig erhöhte Grundwasserstand könnte zu Einschränkungen bei Bestattungen auf dem Pechauer Friedhof führen, teilte gestern die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Auch auf dem Wesfriedhof gibt es in einigen Abschnitten Probleme mit Schichtenwasser. Indes hat sich in der Stadt die Lage weiter vorerst entspannt. Gepumpt wird gegenwärtig noch in der Furtlake und in der Müllerbreite in Pechau.

Magdeburg. Zurzeit werden im Bereich der Elbe Luftbildaufnahmen gemacht, die zeigen sollen, an welchen Stellen Grundwasser zu Tage tritt. Eine Expertengruppe soll die dabei gewonnenen Daten auswerten und Maßnahmen ergreifen. Weitere Details behalte sich nach Angaben von Stadtsprecher Michael Reif aber Ordnungsbeigeordneter Holger Platz vor, der gestern aber noch in Südafrika mit einer Delegation der Stadtverwaltung unterwegs war.

Die Grundwassersituation hat sich vorerst zwar nicht verschlimmert, teilte gestern Armin Hilgers von der Magdeburger Feuerwehr mit. Zurzeit werde in der Müllerbreite in Randau verstärkt gepumpt. Dort droh durch den hohen Grundwasserstand, noch immer das Wasser des Regenrückhaltebeckens über die Ufer zu treten. Um den Wasserspiegel abzusenken, wird das Wasser über eine 300 Meter lange Schlauchleitung durch die Freiwillige Feuerwehr Randau nun über den Deich in die Umflut abgeleitet. Bisher hatte die SWM Pumpen im Einsatz, die das Wasser in die Kanalisation pumpten.

Das vorgesehene Abpumpen im Bereich des Klosterhofes (südlich des Salbker Sees I) werde verschoben, teilte Hilgers weiter mit. Dies mache erst Sinn, wenn kein Wasser mehr in die Talsenke hineindrückt, machte Detlef Schulze vom Umweltamt das Problem deutlich. Die Gärten und Häuser befinden sich dort in einer Senke, aus der das Wasser nicht abfließen kann. Pumpt nun, wie es 2006 der Fall war, die Feuerwehr das Wasser ab, läuft neues nach. Armin Hilgers: "Wir haben das aber mit den Anwohnern besprochen." In der Furtlake werden 600 Liter Wasser pro Sekunde weiterhin von der Rohrlake in den Polder gepumpt. "Das wird mindestens noch bis Montag der Fall sein", erklärte Stadtsprecher Michael Reif weiter. Der gegenwärtig erhöhte Grundwasserstand könnte zurzeit noch Einschränkungen auf dem Pechauer Friedhof zur Folge haben. Auch auf dem Westfriedhof gibt es in einigen Grabfeldabschnitten Probleme mit auftretendem Schichtenwasser. "Sollten konkrete Beeinträchtigungen auftreten, werden die Hinterbliebenen von den Mitarbeitern der Zentralen Friedhofsverwaltung informiert, um gemeinsam die weitere Planung für die Bestattung abzustimmen. Bisher gab es aber noch keine Beeinträchtigungen", erklärte Michael Reif auf Volksstimme-Nachfrage. Nach Angaben von Burkhard Henning, Leiter des Landesbetriebs für Hochwasser- schutz, wird der Grundwasserstand weiter so hoch bleiben. "Der Grundwasserleiter braucht sehr lange, um sich zu entwässern", erklärte Henning. Mit einer weiteren Erhöhung des Grundwasserpegels außer in einzelnen "punktuellen Bereichen" rechne er in Magdeburg aber nicht.