Die Grippezeit hat begonnen, die Zahl der Erkrankten steigt, wenn auch noch nicht dramatisch. Wobei der größte Anteil vom Erreger der Schweinegrippe hervorgerufen wird. Noch kann man sich impfen lassen.

Magdeburg. Die Arztpraxen sind voll – es ist die Jahreszeit von Husten, Schnupfen Heiserkeit. Doch auch die Grippe bahnt sich langsam ihren Weg nach Magdeburg. Bis zum gestrigen Tag wurden in Magdeburg 33 Fälle von Schweinegrippe registriert, die meisten in den letzten Tagen. Das war auf Nachfrage von Dr. Eike Hennig, Leiter des Gesundheitsamtes, zu erfahren.

Vor allem Kinder und Jugendliche sind betroffen: bekannt sind 25 Fälle in der Altersgruppe 5-14 Jahren. Hinzu kommt eine Dunkelziffer, die schwer einschätzbar ist. Denn eine generelle Meldepflicht wie in der Vorjahressaison gibt es nicht mehr. Damals musste selbst der Verdacht gemeldet werden, doch die Sonderverordnung zur Pandemie wurde zurückgenommen.

Mittlerweile haben nur noch die Labore eine Meldepflicht. Die gibt es erst, wenn der Arzt den Verdacht auf Schweinegrippe hat, Blut zur Untersuchung ins Labor schickt und dieses dann positiv ist. Dass ein Arzt selbst einen Schnelltest macht, sei Rarität, so Dr. Hennig. Ist das Ergebnis positiv, ist es auch meldepflichtig.

Dass vor allem Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen bekannt werden, liegt an einem Netzwerk, in dem landesweit Kinderärzte sich an der gezielten Untersuchung beteiligen. Koordiniert wird das vom Landesamt für Verbraucherschutz. Dort sieht man die derzeitigen Fälle als "erste Vorboten" der Grippewelle, so Holger Paech, Sprecher des Sozialministeriums. Zunehmen wird die Zahl vor allem, wenn die Ferien vorbei sind und die Kinder sich in den Klassenräumen zusammenfinden. Ansteckungsgefahr pur. Wie überall, wo sich viele Menschen aufhalten.

Fachleute erwarten die Hauptwelle für Ende Februar/März. Kinder sind vorrangig gefährdet, betont Dr. Gunther Gosch. In Auswertung der Pandemie wurden weltweit die Schweinegrippe-Fälle der Vorjahressaison untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass neben chronisch Kranken insbesondere Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und Schwangere gefährdet sind und vor allem, dass bei ihnen der Krankheitsverlauf stärker ist als zunächst gedacht. Der Kinderarzt rät zu vorbeugenden Impfungen. Leider habe der Impfwille, ausgerechnet bei Grippe, nachgelassen. Bei Erwachsenen gab es einen Rückgang von fast einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Bei Kindern und Jugendlichen ist es noch krasser: nur noch 14 Prozent sind in dieser Saison gegen Grippe geimpft, sagt Gunther Gosch.

Vorbeugen durch Impfen sei in der gesamten Saison möglich, betont Dr. Eike Hennig, nicht nur im Herbst. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn man bereits erste Symptome hat. Wer sich unsicher ist, sollte mit seinem Hausarzt die Impftauglichkeit besprechen bzw. sie prüfen lassen.

Eine separate Impfung gegen Schweinegrippe gibt es nicht mehr. Sie ist seit vorigem Herbst Bestandteil der Grippeschutzimpfung.

 

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