Kinder spielen gern. Wie sie das tun, hängt von der Erziehung ab und von den Möglichkeiten. Mittlerweile nicht selten auch vom Geldbeutel der Eltern. Spiel und Sport kostenfrei ans Kind zu bringen, dafür engagiert sich der Verein Regenbogen und schafft bundesweit mobile Angebote. Eins davon soll jetzt in Magdeburg entstehen.

Magdeburg. Wenn Kinder Sport treiben, fördert das die Entwicklung der Motorik, und damit Reaktionsvermögen, Gleichgewichtssinn und Bewegungskoordination. Nicht zuletzt begünstigt all das auch die geistige Entwicklung. Denn zum Sport gehört Spaß, Gemeinschaftssinn, Freude am Erleben.

Doch ob Hüpfeburg, Trampolin oder Ballspiele – will man es mieten, kostet es Geld. Daran hapert der Einsatz nicht selten. "Schulen oder Horte haben meist nicht die Finanzen dafür", ist die Erfahrung von Wolfgang Milarch, auch aus seinem Bekanntenkreis. "Damit aber auch die Kinder dort spielen, springen und hüpfen können, wollen wir kostenfreie Möglichkeiten organisieren."

Und zwar mit einem mobilen Kinderspielplatz. Es handelt sich um ein Projekt von Regenbogen e. V., der sich seit Jahren für Benachteiligte engagiert und soziale Projekte betreibt.

Magdeburg ist die dritte Stadt Sachsen-Anhalts, wo ein Projekt dieser Art installiert werden soll. Das erste wurde von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer im vorigen Jahr in Güntersberge übergeben.

Als Partner sucht sich Regenbogen in der Region Leute, die sich sportlich engagieren. In Magdeburg ist es der Turn- und Sportverein (TuS) 1860.

War es früher gang und gäbe, sich gemeinsam mit anderen bei Sport und Spiel zu beschäftigen, ging dies mit der "Generation Computerspiel" zurück. Auch haben Kinder immer öfter Bewegungs- und Gewichtsprobleme. "Genau diese Kinder wollen wir spielend an den Sport heranführen", so Klaus-Dieter Groth. Das entspricht dem Grundprinzip von TuS, wo sich der Sportlehrer engagiert. Und so sei es naheliegend, das Regenbogen-Projekt zu unterstützen.

Zwar habe TuS keine Nachwuchsprobleme (lediglich beim Handball könnte es mehr sein), aber im Blick habe man das ganzheitliche Problem. Groth: Es gibt nicht wenige Kinder, die sich gar nicht mehr trauen, in einen Sportverein zu gehen, weil sie Angst haben – Angst, nicht mithalten zu können, weil sie sich nicht richtig bewegen können, zu viel Gewicht auf die Waage bringen.

Dass Sport und Spiel viel Freude bereiten, müssen Kinder erst lernen. Am besten ist es durchs Erleben. So ein flexibler Spielplatz mit Sport- und Bewegungsangeboten ist dafür eine gute Sache, betont Klaus-Dieter Groth.

Zum mobilen Spielplatz gehören eine Hüpfburg, Logo- und Ringwurfspiele, Federballsets, Hand- und Fußbälle, eine Torwand, ein Trampolin und diverses anderes Spielgerät. "Damit können sich 30 Kinder den ganzen Tag lang beschäftigen", verspricht Mi- larch. Ohne Berührungsängste, Geldausgaben und verpflich- tende Regelmäßigkeit können Kinder sich ausprobieren, spielen und – hoffentlich – Spaß an Bewegung finden.

Um ein kostenfreies Angebot machen zu können, braucht man Partner. Denn auf den Organisator kommen natürlich Kosten zu, allein die Anschaffung der Sport- und Spielgeräte hat seinen Preis.

Die Crux: "Wir suchen Sponsoren, die für ihre Spende Gutscheine erhalten", erklärt Wolfgang Milarch. Diese Gutscheine können sie dann an Schulen, Kindertagesstätten, Verbände, soziale Einrichtungen usw. verteilen. Die Namen/Logos der Sponsoren werden auf dem mobilen Sport- und Spielwagen zu sehen sein. Und je mehr der Wagen unterwegs ist, desto mehr Werbung haben die Sponsoren, wirbt Wolfgang Milarch. Die Sponsoren selbst bestimmen, wo bzw. bei wem die Spielgeräte eingesetzt werden.

Wer mehr Informationen möchte, kann sich an TuS 1860 wenden oder per E-Mail an sport-spielmobil@wichtig.ms.

 

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