Altstadt. Magdeburger, die gestern gegen 9.30 Uhr unter der vertrauten Nummer 5400 ins Rathaus einwählen wollten, befanden sich zehn Minuten und länger in der Warteschleife. Ein Endlosband informierte zwar, dass man der Nächste sei, aber dabei blieb es.

Ist die 5400 bereits abgemeldet, gilt nur noch die "115"? Das fragten gleich mehrere Leser, so F. Günther aus der neuen Neustadt.

Nein, über die seit vielen Jahren geltende 5400 könne weiter in das Rathaus eingewählt werden, sagt gestern auf Volksstimme-Nachfrage Frank Ehlenberger, Fachdienstleiter Bürgerservice. Das bleibe auch auf unbestimmte Zeit so.

Aber: Gestern hatte es bei der 5400 technische Probleme gegeben. Deshalb die irritierenden Wartezeiten. Ehlenberger: Wir suchen jetzt nach den Ursachen, um so etwas zukünftig weitestgehend auszuschließen. Er empfiehlt: Wer solche Störungen bemerkt, sollte gleich zu "115" übergehen. Die einheitliche Behördennummer sei intakt gewesen, hieß es.

Seit dem 1. Dezember ist die bundeseinheitliche Behördennummer am Netz. Magdeburg hat hier eine Pionierrolle inne. Sie war seinerzeit die ersten ostdeutsche Großstadt, die diesen Service offerierte. Er werde auch angenommen, sagt der Fachdienstleiter.

Die ersten Zahlen: Im Dezember sind 8183 Anrufe in der Rathaus-Service-Zentrale aufgelaufen. 1144 davon sind über 115 gekommen, heißt es in der Statistik. Das sind rund 14 Prozent aller Anrufe.

Im Januar kamen 8643 Anrufe, darunter 680 über 115. Das seien ca. 8 Prozent der Anrufe, und man bewege sich damit zwar im Durchschnitt aller Städte, die "D 115" eingeführt haben, weiß Frank Ehlenberger. Die Zahl der Anrufer sei aber viel zu gering, schätzt er ein. Die Behördennummer müsse sich erst verinnerlichen, glaubt er. Bis 2013 soll sie übrigens bundesweit gelten.

Die "115" ist in Magdeburg montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Die Grundidee: Mit dieser leicht zu merkenden Rufnummer erhalten die Magdeburger einen direkten Draht in die komplette Verwaltung von Stadt und – ab März/April – auch zu den Landesbehörden. Bürger können sich schnell über alle Leistungen informieren. Erwartet wird, dass sich so Behördengänge vereinfachen und bürokratische Hürden abgebaut werden.

Aber auch die "D 115" war in letzter Zeit nicht gänzlich frei von Störungen. Am Donnerstag habe es Probleme gegeben, informiert er. Wahrscheinlich liege es an der Software-Umstellung, die Experten waren umgehend eingeschaltet worden, sagt Frank Ehlenberger.

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