Wird Magdeburg 19 Jahre nach der Bundesgartenschau im Elbauenpark im Jahr 2018 Ausrichter der Landesgartenschau? Das kann sich die Stadtratsfraktion SPD-Tierschutzpartei-future! gut vorstellen und will OB Lutz Trümper deshalb in der März-Sitzung des Stadtrates damit beauftragen, die Machbarkeit einer Bewerbung zu prüfen. FDP, Linke und Grüne signalisieren Sympathie.

Magdeburg. Auslöser für den SPD-Vorstoß ist eine Entscheidung der Landesregierung aus der vergangenen Woche, die ursprünglich erst für 2020 geplante nächste Landesgartenschau in Sachsen-Anhalt um zwei Jahre auf 2018 vorzuziehen. Den Vorschlag dazu brachte Landwirtschafts- und Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) ein. "Der große Erfolg der Landesgartenschau in Aschersleben mit über 550 000 Besuchern hat das Kabinett dazu bewogen, künftig alle vier Jahre eine Landesgartenschau zu veranstalten", teilte Aeikens mit.

Die Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future! will Oberbürgermeister Lutz Trümper nun auf der Sitzung des Stadtrates am 3. März damit beauftragen, die Machbarkeit einer Bewerbung für 2018 zu prüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung soll dann in einer gemeinsamen Sitzung der zuständigen Ausschüsse beraten und den Stadträten zur Entscheidung vorgelegt werden.

"Von Industriestadt zu grüner Metropole"

"In Magdeburg ist wie in kaum einer anderen Stadt unseres Landes der Wandel von einer Industriestadt hin zu einer grünen Metropole sicht- und erlebbar", heißt es von der SPD-Fraktion. Dieser Umwandlungsprozess solle gerade auch im elbnahen südöstlichen Raum Kernpunkt einer Landesgartenschau sein und unter dem Motto "Natur – Industrie – Kultur" an die IBA-Projekte anknüpfen. Viele Projekte könnten so angestoßen oder vollendet werden, zum Beispiel der Salbker Wasserturm. Außerdem habe die Stadt mit Elbauenpark-Betreiber NKE und der Messegesellschaft ein erfahrenes Team zur Ausrichtung derartiger Gartenbauausstellungen an der Hand. Eine erfolgreiche Landesgartenschau wäre eine gelungene Generalprobe für die Kulturhauptstadt 2020, schreibt die Fraktion.

Ist das populäre Thema der Einstieg in den Landtagswahlkampf? "Nein", sagt SPD-Stadtrat Jens Hitzeroth bestimmt. Wenn sich so eine Chance biete, solle man sie nutzen, denn das sei eine einmalige Chance für die Randgebiete der Stadt. Das sehen die anderen Fraktionen im Stadtrat ähnlich. Eine "Fortsetzung der IBA mit anderen Mitteln" wäre die Landesgartenschau für Wolfgang Wähnelt (B‘90/Grüne). Es müsse aber ein Stadtentwicklungsprojekt sein, keine Blümchenschau, man dürfe sich nicht verzetteln, mahnt er. "Natürlich werden wir die Idee unterstützen", sagt auch FDP-Fraktionschef Hans-Jörg Schuster. Die Landesgartenschau mache Magdeburg bekannt, die Schau wäre ein Motor für die Region, "und hier gibt es bereits entsprechendes Know-how und den Platz", sagt Schuster.

<6>"Die Idee hätte Charme", findet Oliver Müller (Die Linke). Salbke hätte es verdient, doch das Anliegen müsse genau geprüft werden. Wigbert Schwenke (CDU) äußert sich vorsichtiger: "Einer Überweisung in die Ausschüsse werden wir uns nicht verschließen, zuerst überwiegt aber die Skepsis", so der Fraktionschef. Die Landesgartenschau sei vor allem für kleinere und mittlere Städte gedacht, "wir sollten uns auf die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2020 konzentrieren", findet er.

"Positiver Eindruck mit Geld nicht aufzuwiegen"

<7>Macht die Landesgartenschau in der BUGA-verwöhnten Landeshauptstadt überhaupt Sinn? "Definitiv ja", findet Jürgen Herzog, Geschäftsführer der Gartenschau-GmbH in Aschersleben. 40 Millionen Euro wurden in der Stadt im Salzlandkreis investiert, sie konnte ihr Schmuddel-image endgültig abstreifen und sich als Bildungsstandort profilieren. "Der positive Eindruck, den wir bei den über 550 000 Besuchern hinterlassen haben, ist mit Geld nicht aufzuwiegen", sagt Jürgen Herzog. Magdeburg hätte die Erfahrung und die Möglichkeiten, eine Landesgartenschau im größeren Rahmen durchzuführen. "Ich kann das nur empfehlen", macht er Mut.

<8>Grundlage für die Vergabe der Landesgartenschau wird ein Ausschreibungsverfahren sein, das derzeit vom Landwirtschaftsministerium vorbereitet wird. Bis Ende dieses Jahres könnte sich Magdeburg dafür bewerben, die Entscheidung über den Austragungsort soll bis zum 1. März 2012 fallen. "Die größten Chancen haben Orte, die über die entsprechende finanzielle Leistungsfähigkeit verfügen und eine gute Zusammenarbeit mit dem sachsen-anhaltinischen Gartenbau vereinbaren", kündigt Hermann Onko Aeikens an.

<9>Um Planungssicherheit zu gewährleisten, sei vorgesehen, dem Ausrichter einen Sockelbetrag für sogenannte grüne Investitionen zur Verfügung zu stellen.

   

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