Dieser Ladeneinbruch hat nicht nur für die Inhaberin unangenehme Folgen: Bei der Plünderung eines Brautmodengeschäfts haben Unbekannte u. a. zirka 300 Brautkleider gestohlen. Besonders ärgerlich: 17 davon waren bereits an zukünftige Bräute verkauft. Die Wiederbeschaffung der Stücke ist mühsam.

Sudenburg. Als Monika Haase (Name geändert) am Mittwochmorgen um kurz vor halb zehn das Geschäft "Brautmoden Outlet" in der Halberstädter Straße aufschließt, ahnt die Angestellte nichts Böses. Schließlich hatte sie am Vortag guten Umsatz gemacht, abends sorgfältig die Kasse abgerechnet, das Nachtlicht eingeschaltet und gegen 18 Uhr den Laden abgesperrt. Doch 15 Stunden später ist alles anders: Wo vorher Brautkleid an Brautkleid hing, sind nur noch karge Kleiderstangen übrig, wo vorher Schuhe, Schmuck und Schleier die Regale füllten, herrscht jetzt gähnende Leere.

Inhaberin Simone Stutzki-Weber will gerade mit dem Auto zu ihrem Hauptgeschäft in der Innenstadt fahren, als sie der Anruf ihrer aufgelösten Angestellten erreicht. "Sie erzählte mir von dem Einbruch. Da dachte ich noch, es würden vielleicht ein paar Kleider und ein bisschen Schmuck fehlen", erinnert sich die Magdeburgerin. Doch als sie wenige Minuten später den Laden erreicht, wird sie eines Besseren belehrt: Der Verkaufsraum ist beinahe vollständig geplündert. Es fehlen zirka 300 Braut- und Abendkleider, 200 Herrenanzüge sowie Unterwäsche, Schuhe und Accessoires. "Auch vor Reifröcken und Schleiern haben die Diebe nicht haltgemacht", sagt Stutzki-Weber kopfschüttelnd.

In einem hinteren Teil des Ladens zeigt die 46-Jährige auf die Stelle, über die die Einbrecher in den Laden gelangt sind. "Die Hintertür war immer abgeschlossen, von innen waren zusätzlich dicke Pappplatten angebracht." Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die Täter zwischen Dienstagabend 23.40 Uhr und Mittwochmorgen 9.30 Uhr die Tür aufgehebelt haben und sich so Zutritt verschafften.

Den Einbruch hat Simone Stutzki-Weber inzwischen halbwegs verdaut. Am Tag danach habe sie sich leer und enttäuscht gefühlt. "Aber inzwischen ist da nur noch Wut."

Ihren Laden will sie so schnell wie möglich wieder öffnen – mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen: Die aufgehebelte Tür wurde bereits zugemauert, zusätzlich sollen Alarmanlagen und Bewegungsmelder installiert werden.

Obwohl die Magdeburgerin gegen Einbruch versichert ist, wird die Beschaffung neuer Ware schon zur Herausforderung. "Brautmode ist Saisonware, die von den Herstellern einmal im Jahr verkauft wird", erklärt sie. So mittendrin sei es schwierig, Nachschub zu erhalten. "Glücklicherweise arbeite ich mit einem gut funktionierenden Herstellernetz zusammen. Viele haben Hilfe zugesagt und schnelle Lieferungen versprochen."

Manche Kunden trifft der Einbruch aber besonders hart: 17 zukünftige Bräute hatten sich bereits für den schönsten Tag im Leben ihr Traumkleid im Brautgeschäft ausgesucht, die nur noch hätten angepasst werden müssen. "Das eigene Hochzeitskleid ist ja eine besonders emotionale Sache", weiß die Ladeninhaberin. Die betroffenen Bräute habe sie sofort über den Diebstahl informiert. Und Stutzki-Weber ist zuversichtlich, mit Hilfe ihrer Geschäftskontakte zeitnah die gleichen Modelle ein zweites Mal beschaffen zu können. Nur bei einem ganz bestimmten Kleid könnte es schwierig werden, fürchtet sie. "Wir tun unser Bestes."

Wegen der Masse an Diebesgut geht die Polizei davon aus, dass die Täter einen Kleintransporter nutzten, um die Beute fortzuschaffen. "Aber die heiße Spur fehlt uns noch", sagt Polizeisprecher Stefan Brodtrück. Zeugenhinweise werden unter der Telefonnummer 5 46 21 96 entgegengenommen.

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