Auf der Elbe-Hubbrücke sind die ersten mit Botschaften von Magdeburgern bestückten Eichenbohlen verlegt worden. Der Verein Hubbrücke ist zuversichtlich, 2012 wird das technische Denkmal wieder als Elbübergang nutzbar sein. Danach soll auch die Farbe erneuert werden.

Altstadt. Im Zelt am westlichen Widerlager der Eisenbahn-Hubbrücke zieht Olaf Hirschfeld einen sauberen Schnitt mit der Kappsäge durch die Eichenbohle, Thomas Temme sorgt für Nachschub. Gemeinsam mit Harald Berger und anderen Kollegen wird dann das Holz zum kompletten Belag zusammengefügt. Eingebrannt, nachgeschliffen und gut lesbar sind die Namen und Sprüche von Spendern. Die ersten zehn Meter Brücke sind damit ausgestattet.

Vereinsvorsitzender Rolf Onnen weist freudig auf den im Zelt lagernden Holzstapel. "Längst nicht alles, wir sind mit den Bohlen fast am anderen Ufer angekommen", sagt er.

Theoretisch natürlich. Immerhin hätten sich über 900 Elbestädter an der Bohlenaktion (Gegenwert 50 Euro) beteiligt, die Lottogesellschaft hat 35 000 Euro zugeschossen.

Aber einige Zeit dauere die vom Verein organisierte Aktion noch.

"Im Laufe des kommenden Jahres wollen wir", so Onnen, das technische Denkmal als Passage über die Elbe eröffnen. So lange dauere es wohl noch, um alles einzuordnen – die zunächst provisorische Treppe zum höher gelegenen Hubteil gehört dazu. Seit der Verein 2009 sich dem nahezu einmaligen und mit dem Schiffshebewerk vergleichbaren technischen Meisterwerk angenommen hat, werden hier Nägel mit Köpfen gemacht.

Rolf Onnen ist zugleich einer der Investoren des neuen Elbbahnhofs. Er und sein Verein verbinden die Rettung des von der Bahn AG abgestoßenen Denkmals mit Bürgersinn und -stolz. Es sei nahezu unglaublich, wie intensiv sich die Elbestädter an der Bohlenspendenaktion beteiligt hätten, schwärmt er. Allerdings, so Insider, hätten die Initiatoren mit einer zündenden Idee gearbeitet.

Noch bedarf es weiterer Mittel, um die fast schon dem Untergang geweihte Brücke zu erhalten und in das städtische Leben einzubeziehen.

Derzeit gibt es Verhandlungen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt. Die Behörde will den Hubteil im Interesse des Schiffsverkehrs um noch einen Meter höher legen. Erst danach werden die zunächst geplanten provisorischen Gerüst-Treppen zum höher gelegenen Hubteil durch einen soliden Aufgang ersetzt. Für die Zeit nach 2012 ist die farbliche Auffrischung der Brücke geplant.

Auch das kostet Geld. Der Verein hat inzwischen neue Ideen entwickelt. Am 8. und 9. August werde das Theater an der Angel das Hubteil zur Bühne umfunktionieren und das Stück "De Fischer und sine Fru" aufführen, sagt Rolf Onnen. Auf dem dann mit Bohlen erneuerten westlichen Bereich werden Zuschauerbänke platziert, es gibt Getränke und Speisen. 40 Euro soll der Eintritt kosten. Der Löwenanteil soll dem Hubbrückenerhalt dienen.

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