Wie die 27 Hundeauslaufwiesen in Magdeburg genutzt werden und wie sie verbessert werden müssen, darüber will der Stadtrat bis zum Ende dieses Jahres Klarheit haben. Darum sollen alle Wiesen genauer untersucht werden. Und man will wissen, ob sie auch der demografischen Entwicklung der kommenden Jahre gerecht werden.

Magdeburg. Sind die 27 Hundeauslaufwiesen, die es in der Stadt gibt, ausgelastet, zeitgemäß und entsprechen sie den gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüchen? Diese Fragen sollen möglichst bald beantwortet werden. Das wünscht sich die Fraktion Die Linke im Stadtrat und hat im vergangenen Dezember einen entsprechenden Antrag gestellt.

Der Grund für den Vorstoß der Linken ist ein demografischer. Die Altersstruktur der Magdeburger Bevölkerung wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern, es werde viel mehr ältere Menschen geben. Diese wollten natürlich nicht auf ihre vierbeinigen Freunde verzichten, seien aber oft nicht mehr mobil genug, um weite Strecken zu einer Hundeauslaufwiese zu bewältigen. Aus diesem und weiteren Gründen, wie etwa Verkehrssicherheit und Personenschutz, sei ein neues Konzept für die Hundeauslaufwiesen der Stadt notwendig. Die Stadt sei auf einem guten Weg in dieser Sache, müsse aber noch besser werden, meint Linken-Stadtrat Oliver Müller und ist zuversichtlich, dass eine konstruktive Diskussion dazu stattfinden werde.

Um ein neues Konzept überhaupt auf die Beine stellen zu können, muss das Vorhandene erst einmal genauer unter die Lupe genommen werden. Das sei allerdings nicht ganz einfach, so Simone Andruscheck, Leiterin des für Hundeauslaufwiesen zuständigen Eigenbetriebs Stadtgarten und Friedhöfe. Auch könne der Betrieb aus eigenen Kräften diese Analyse nicht vornehmen, damit müsse ein externes Büro beauftragt werden.

Der Grund dafür ist klar: Will man genau wissen, wann wie viele Hundehalter eine Auslaufwiese nutzen, müsste jede Wiese im Sommer mehrere Tage von 5 Uhr morgens bis 20 Uhr und im Winter von 6 Uhr bis 18.30 Uhr beobachtet werden, so Simone Andruscheck.

Unterstützung nötig

Zurzeit gibt es in der Stadt 27 Hundeauslaufwiesen, folglich wäre der Personalaufwand groß. Hierbei, wie schon in den vergangenen Jahren, sei der Stadtgartenbetrieb auf die Hilfe von Tierschutz- und Umweltverbänden und den örtlichen Arbeitsgruppen Gemeinwesenarbeit angewiesen. Simone Andruscheck stellt aber klar, dass eine neuerliche Bewertung der Hundeauslaufwiesen auch im Interesse des Stadtgartenbetriebes wäre, um eine Planungssicherheit zu bekommen, was etwa den finanziellen Aufwand für die Pflege und mögliche Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa Umzäunungen, betreffe.

Neben der Ermittlung der Nutzungsintensität der Auslaufwiesen sollte aber auch wieder eine Bewertung jeder einzelnen Wiese erfolgen, sind sich Linke-Stadtratsfraktion und der Stadtgertenbetrieb einig. So eine Bewertung wurde 2003 schon einmal vom "Magdeburger Bündnis der Hundefreunde" vorgenommen. Dabei wurden etwa die Größe, die Lage im jeweiligen Einzugsgebiet und – darum geht es der Linken-Fraktion in ihrem neuerlichen Vorstoß – die Erreichbarkeit analysiert.

Einige geschlossen

Am Ende wurden wegen deutlicher Mängel einige Auslaufwiesen wieder geschlossen. So im Stadtpark Rotehorn, an der Zollstraße, am August-Bebel-Damm, der Beimsstraße, im Fermersleber Weg, der Hans-Hauschulz-Straße, am Kavalier Scharnhorst und im Klosterkamp. Am Askanischen Platz und in der Carnotstraße wurden die Wiesen vergrößert. Im Rotehornpark wurden drei neue Auslaufwiesen an besseren Standorten eingerichtet, ebenso im Nordpark, im Kirschweg, in der Schroteanlage und in der Kroatenwuhne. Durch diese Neuanlagen sei die Anzahl der Auslaufwiesen gleich geblieben, die Fläche insgesamt habe sich sogar vergrößert.

Insgesamt hätte die Stadt jetzt bis zum Dezember Zeit, Analyse und neues Konzept für die Auslaufwiesen zu erstellen. So sieht jedenfalls der Zeitplan des Antrags für den Stadtrat aus. Allerdings müssen noch verschiedene Ausschüsse und der Stadtrat selbst, geplant ist die Sitzung am 28. April, darüber abstimmen.