Die Martinsgemeinde gönnt sich in diesem Jahr eine Generalüberholung für ihr Gemeindehaus. Mehrere Gebäudeteile werden saniert, ein Aufzug soll installiert werden. Die Glocke im Vorgarten soll einen neuen, würdigeren Platz bekommen. Auch eine Kita könnte bald wieder einziehen.

Alte Neustadt. "Wenn wir uns das nächste Mal hier treffen sollten, wird es ganz anders aussehen." So begrüßte der Pfarrer der Martinsgemeinde, Thoralf Thiele, die Mitglieder der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Alte Neustadt bei deren jüngster Sitzung, die im Gemeindehaus in der Salzwedeler Straße stattfand.

Denn kurz vor dem hundertsten Jahrestag der Grundsteinlegung im Jahr 1913 wird das Domizil der Gemeinde in diesem Jahr herausgeputzt. Dies teilte der Pfarrer der GWA-Runde mit. "Im Moment wird noch der Charme der 1950er und 60er Jahre verströmt", meint Thoralf Thiele. Das soll sich demnächst ändern.

Demnach wird das Erdgeschoss umgebaut und saniert, während das zweite Obergeschoss für die Nutzung durch die Gemeinde vorbereitet wird. An der Außenseite ist ein Aufzug geplant. Die Pläne für den Umbau hängen bereits im Eingangsbereich des Gemeindehauses aus.

"Werden denn dann auch wieder Trauungen stattfinden?", möchte eine Neustädterin wissen. Sie habe nämlich in dem Haus vor 60 Jahren den Bund fürs Leben geschlossen. "Konkret geplant ist es noch nicht, aber durchaus denkbar", sagte Wolfgang Wähnelt, der ebenfalls aktiv in der Gemeinde ist.

Hobby-Chronist Helmut Mittank brachte die im Vorgarten des Gemeindehauses vor sich hin rostende Kirchglocke ins Gespräch. 1922 wurde sie von dem Geschäftsmann Richard Saueracker und dessen Ehefrau Charlotte der Martinsgemeinde gespendet. Die früheren Glocken waren im 1. Weltkrieg eingeschmolzen worden. Seit der Sprengung der im 2. Weltkrieg zerstörten Martinskirche zeugt die Glocke von ihr als letztes Relikt. Helmut Mittank wünscht sich schon seit Längerem eine Restauration und einen passenderen Ort für die Glocke.

Pfarrer Thoralf Thiele sagte, dass die Glocke auf jeden Fall bei den Planungen berücksichtigt wird: "Wir wissen aber noch nicht genau, wo sie hinkommen wird." Vorstellbar wären ein Aufsatz auf dem Aufzug oder ein eigenständiger Glockenstuhl im Garten. Auch gäbe es Verhandlungen mit einem Träger, damit erneut eine Krippe als Untermieter einzieht.

Die Martinsgemeinde hat derzeit 400 Mitglieder. Gemeinsam bildet sie mit der Altstadtgemeinde das Evangelische Kirchspiel Altstadt-Martin. Ihr Schwerpunkt sind junge Familien.

 

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