Das letzte leer stehende Haus am Domplatz soll noch in diesem Jahr bezugsfertig saniert werden. Es wird um einen Neubau mit Büroräumen entlang des Gouvernementsbergs ergänzt. Das Gebäude hat eine lange und abwechslungsreiche Geschichte hinter sich.

Altstadt. Wo früher ausgestopfte Tiere, Generäle und sogar Napoleon Unterschlupf fanden, soll bald wieder eine neue Ära der Nutzung beginnen. Unter dem simplen Namen "Haus am Dom" soll die Villa mit der Adresse Domplatz 5 noch vor Jahresfrist wieder bezogen werden können.

Die Magdeburger Getec AG hat sich dieses Vorhabens angenommen. Große Planen an der Fassade kündigen von der bevorstehenden Sanierung. Dabei sieht das Haus von außen durchaus noch respektabel aus. Immerhin steht das Gebäude seit der Zerstörung im 2. Weltkrieg leer.

1981 wurde bis auf die Grundmauern alles abgerissen, vier Jahre später zwischen 1985 und 1988 ein zaghafter Wiederaufbauversuch unternommen. Viel mehr als die Außenmauern herzurichten, wurde damals aber nicht geschafft. Innen gibt es deshalb noch einiges zu tun.

Seit dem 16. Jahrhundert stand an der nordöstlichen Ecke des Domplatzes die Domdechanei als Amtssitz des Domkapitel-Vorstehers. Der jetzige Barockbau wurde zwischen 1728 und 1731 erbaut. Seit 1895 befand sich dort das erste städtische Museum, das ab 1906 nur noch die natur- und heimatkundlichen Exponate beherbergte.

Nach der Zerstörung gab es in den 1990er Jahren zwar Pläne, dass das Naturkundemuseum dort wieder einziehen sollte. Da es aber rechtliche Querelen um die Eigentumsfrage zwischen Stadt und Land gab, wurde daraus nichts.

Nun soll dem geschichtsträchtigen Haus, in dem im Juli 1813 bei einem Besuch der Elbestadt sogar der französische Kaiser Napoleon Bonaparte nächtigte, zu neuen Ehren verholfen werden. Es bekommt außerdem Zuwachs.

Östlich des Gebäudes soll nämlich ein moderner vierstöckiger Neubau mit zwei Parkdecks errichtet werden, wie Anita Fricke, Pressesprecherin der Getec AG, auf Volksstimme-Anfrage bestätigte. Dieser soll sich harmonisch an das Bürogebäude am Fürstenwall anpassen. Neben modern ausgestatteten Tagungsräumen sind Gewerbe- und Wohnflächen vorgesehen, darunter mehrere Maisonettewohnungen.

Nach der Sanierung des Gebäudes unter Beachtung denkmalpflegerischer Aspekte soll es noch in diesem Jahr unter dem Motto "Leben – Wohnen –Arbeiten und Studieren in historischer Umgebung" seinen Nutzern zur Verfügung stehen, so Anita Fricke.

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