Seit 20 Jahren engagieren sich Frauen und Mädchen ab einem Alter von 14 Jahren im Verein Frauenzentrum Courage für andere Frauen und Mädchen. Dabei geht es hauptsächlich um die Beratung lesbischer Mädchen und Frauen sowie die rechtliche Beratung von Ehefrauen. Doch auch die kulturelle Seite kommt nicht zu kurz. Neben Sprach- und Sportkursen gibt es auch Lesungen und Konzerte – die dann auch die Männer besuchen können.

Buckau. "Bis hierher und noch viel weiter" ist nicht nur ein Film über das Frauenzentrum Courage in Buckau, sondern auch das Motto, das sich der Verein auf die Fahne geschrieben hat. "In den vergangenen 20 Jahren haben wir viel geschafft. Wir haben vielen Frauen geholfen, den richtigen Weg zu finden und auch zu gehen", sagt Jacqueline Brösicke, Geschäftsführerin des Vereins.

Akzeptanz nicht größer

Das "Frauenzentrum Courage" ist Teil des 1990 gegründeten Vereins "Fraueninitiative Magdeburg e.V." und befindet sich zusammen mit dem Soziokulturellen Zentrum Volksbad Buckau unter dem Namen "Soziokulturelles und Frauenzentrum Volksbad Buckau c/o Fauenzentrum Courage" seit 2006 unter der Trägerschaft der Fraueninitiative Magdeburg in dem Gebäude des früheren Volksbades in der Karl-Schmidt-Straße.

Der Verein gründete sich 1990 in der Phase des politischen Umbruchs und damals, so sagt Jacqueline Brösicke, waren die Frauen aktiver. Sie wollten etwas bewegen und sich engagieren. "Heute konzentrieren sich viele Frauen auf ihr Privatleben und haben keine Kraft und Zeit mehr für politisches Engagement", erzählt die 48-jährige Sozial- und Sexualpädagogin.

Im "Lutherjahr" 1996 hatten sie viele Aktionen zu Katharina von Bora durchgeführt, um so auf die starke Frau hinter dem weltberühmten Martin Luther aufmerksam zu machen. "Wir sind heute aber weniger politisch aktiv. Zum 8. März haben wir dennoch wieder einen Stand und ein paar Aktionen geplant. Und wir waren auch bei der ¿Meile der Demokratie‘ am 15. Januar in der Innenstadt mit dabei", erklärt Jacqueline Brösicke.

"Doch", so erzählt sie weiter, "wer uns sehen will, der sieht uns. Wir handeln viel im Kleinen. Wir sind ein Pfeiler, was die frauenspezifischen Themen im Stadtrat anbelangt und seit Jahren natürlich aktiv am Frauenpolitischen Runden Tisch in der Stadt beteiligt." Der Verein handelt aber nicht nur politisch und setzt sich für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frauen ein. Seit der Gründung bieten die Vereinsmitstreiter Beratung für lesbische Mädchen und Frauen, setzen sich für ihre Interessen ein und unterstützen sie in ihrem Selbsterkennungsprozess. Das wird auch in Zukunft ein gro-ßer Schwerpunkt bleiben, denn Jacqueline Brösicke weiß: "Auch wenn die Generation andere Vorbilder und Sichtweisen hat, Probleme, zum Beispiel mit den Eltern, bleiben. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz hat sich im Vergleich zu vor 20 Jahren nicht wirklich verändert."

Persönliche Beratung

So gibt es dank der modernen Medien zwar andere Beratungsmöglichkeiten wie das Internet, doch viele wünschen auch eine persönliche Beratung und Begleitung, sagt sie.

"Die Diskriminierung von Frauen finden wir nicht nur bei lesbischen Frauen, sondern auch bei dem Gehalt oder der Besetzung von ranghöheren Positionen", sagt die ursprünglich gelernte Gartenmeisterin. So wird es neben Workshops, Sprach- und Sportkursen, wie Bogenschießen und TaiJi, auch weiterhin Konzerte und Lesungen geben, um sich gemeinsam mit den Magdeburger Frauen für die Gleichstellung in allen Lebenslagen stark zu machen.

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