Das Magdeburger Taxi-Gewerbe erhofft sich künftig ein engeres Miteinander mit der Stadtverwaltung und den Magdeburger Verkehrsbetrieben als städtischem Unternehmen. Dazu gehört die Bereitschaft der MVB, die Taxis auch auf den schraffierten Spuren der Straßenbahn fahren zu lassen.

Altstadt. "Nur mit einem besseren Miteinander kommt der Aufschwung auch in unserem Gewerbe an", sagte Claus Jacobsen. Der Vorstandsvorsitzende des Stadtverbandes Taxi und Mietwagenunternehmen verwies darauf, dass die MVB als großer Partner im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zum Beispiel die abschraffierten Schienenwege an Stauschwerpunkten für die Taxis freigeben sollten.

Jacobsen zielt vor allem auf die Passage unter den Bahnhofsbrücken zwischen Damaschkeplatz und Bahnhofstraße ab. Gleiches gelte für den Bereich der Leipziger Straße, nannte er ein weiteres Beispiel.

Ohne zweites Standbein geht es nicht

Das würde auch den Taxi- Unternehmen ein effizienteres Arbeiten und schnellere Beförderung zur Zufriedenheit der Kunden ermöglichen.

Noch gebe es auch auf den Vorstoß von Wolfgang Bahls, Vorsitzender der Taxi-Genossenschaft, hinsichtlich der Rufbusse keine zufriedenstellenden Einigungen. Hintergrund: Taxi-Unternehmen möchten von den MVB unrentable Linien vor allem nachts übernehmen, die Leistung zum MVB-Preis anbieten, dabei den entsprechenden Ausgleich beanspruchen.

Derzeit gibt es in Magdeburg 174 Taxi-Unternehmen. Den Löwenanteil hält die Genossenschaft. Außerdem sind die Hartwig GmbH und einige kleine Einzelfirmen tätig. Das Gewerbe biete insgesamt mehreren Hundert Magdeburgern Existenz.

Noch befinde man sich nicht im allgemeinen Aufschwung, erklärte Claus Jacobsen. Die Menschen verdienen nicht genug, um sich Taxis wie zu normalen Zeiten zu leisten, sagte er. Viele Unternehmen könnten deshalb allein vom reinen Taxi-Geschäft nicht leben, bauten sich ein zweites Standbein auf, u. a. im Mietwagensektor. Die Umwälzungen im Gesundheitswesen brächten mitunter arge Schwierigkeiten in ihrer Folge, verwies der Vorstandsvorsitzende auf ein weiteres Problem. Vielfach sei das Tagesgeschäft durch Verträge und Vereinbarungen mit anderen Unternehmen oder mit Kassen mit gesichert.

Das gilt für Fahrten von und zu Ärzten, in Krankenhäuser, zu Serviceeinrichtungen. Solche Fahrten gehören zu den wichtigsten Aufträgen im Tagesgeschäft, genau wie die Präsenz und Bedienung der Taxistände.

Jacobsen beklagt in diesem Zusammenhang das überhand nehmende Zuparken der Haltepunkte. "Das ist das gravierendste Problem, mit dem wir derzeit zu tun haben", sagte er.

Besonders extrem trete das laut Jacobsen am Hasselbachplatz/MVB-Kiosk Otto-von-Guericke-Straße in Erscheinung. Hier würden Einkäufer regelmäßig die gekennzeichneten Stellplätze belegen. In der Liebigstraße soll das ähnlich sein, noch schmerzhafter am Hauptbahnhof, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Laut Verband ist Bedarf gedeckt

Wir können dadurch unsere Leistungen nicht anbieten, uns entgehen Einnahmen, appellierte er an die Kraftfahrer. Der Verband wolle jetzt an das Ordnungsamt herantreten, um das Problem auch von dieser Flanke intensiver anzugehen, sagte er.

In Magdeburg ist nach Auffassung des Verbandes der Bedarf an Taxi-Unternehmen gedeckt. Größere Erweiterungen würden der Wirtschaftlichkeit schaden, sagen Experten. Es gilt der Beobachtungszeitraum. Kurz nach der Wende hatte es einmal über 400 Taxi-Unternehmen in der Stadt gegeben. Der Goldgräberstimmung ist bei vielen Ernüchterung über das harte Geschäft gefolgt.

Die Taxi-Preise in Magdeburg: Grundgebühr 2,50 Euro, der erste Kilometer 2,30 Euro, ab dem zweiten 1,50 Euro. "Damit liegen wir etwa bei den Preisen vergleichbarer Städte", versichert Claus Jacobsen.