Magdeburg. Die Initiative von FDP-Stadträten, Magdeburg bis zum Reformationsjubiläum 2017 in den Lutherweg einzubinden, ist vorerst gescheitert. "Im Ergebnis der intensiven Bemühungen ist festzustellen, dass in absehbarer Zeit keine Aussicht besteht, dass Magdeburg ein Bestandteil dieses touristischen Weges wird", so das nüchterne Fazit des zuständigen Beigeordneten Rainer Nitsche, das in dieser Woche in einer Stellungnahme die "Kabinettsrunde" beim Oberbürgermeister passierte.

Das Ressort Nitsches, verantwortlich für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, hatte – ausgerüstet mit einem Stadtratsauftrag – mehrfach versucht, die Lutherweggesellschaft von der Pilgerweg-Idee Magdeburgs zu überzeugen. Zuletzt auf dem ersten Lutherwegtag Ende Januar in Dessau-Roßlau, an dem rund 70 Vertreter aus Kirchen, Kommunen und Tourismus teilnahmen. Gute Gelegenheit, noch einmal Anlauf zu nehmen, nachdem die Beteiligten von Anfang an äußerst zurückhaltend reagiert hatten. Doch auch diesmal bissen die Botschafter für eine nördliche Erweiterung des Pilgerweges auf Granit. Viele Argumente dagegen wurden laut: So sei die Entfernung von 40 Kilometern zwischen dem nördlichsten Punkt des Lutherweges in Zerbst bis nach Magdeburg zu groß, hieß es zum Beispiel. Auch sei es ein zu großer Aufwand, die festgezurrte Route jetzt noch zu ändern.

Der Schwerpunkt der Arbeit liege nun bei der Qualifizierung des bestehenden Weges (Erweiterung Öffnungszeiten der Kirchen, Einrichtung von Themenkirchen), hieß es weiter. Vorrang habe auch die "Verdichtung des Angebots" auf dem bestehenden Lutherweg. Wenn neue Vernetzungen geplant würden, dann in Richtung Sachsen und Thüringen.

Der Norden des Landes mit Magdeburg bleibt derweil außen vor. Bedauerlich findet das die FDP-Fraktion, denn wichtige Anknüpfungspunkte für lutherisches Wirken gebe es auch in Magdeburg. Nicht nur, dass Luther in der Stadt predigte. "Hier war Unseres Herrgotts Kanzlei. Von Magdeburg aus wurden die lutherischen Schriften in alle Welt getragen", so Fraktionschef Hans-Jörg Schuster.

Von der Lutherweg-Idee werde man sich darum trotz der Absage aus Wittenberg nicht verabschieden. "Wir bleiben dran, überlegen, ob wir mit dem Kultusministerium Kontakt aufnehmen", so Schuster gestern. In Magdeburg auf Luthers Spuren wandeln: Vielleicht lässt sich ja dort mehr Begeisterung für das touristische Wegeprojekt entfachen.