Hartmut Korthäuer trifft man nicht nur in der Lobby des Maritim-Hotels, viele seiner Gäste begrüßt der Hoteldirektor per Handschlag. Nein, auch in einem der vielen Cafés oder Restaurants am "Hassel" fühlt er sich wohl ("Da hört man, was die Leute wollen."), ebenso sieht man ihn morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit radeln oder auf vielen offiziellen Veranstaltungen. Kurzum: Der 44-Jährige ist zwar ein "Zugezogener", aber einer, der sich nach sechs Jahren in der Elbestadt wie zu Hause fühlt.

Das wird wohl auch so bleiben, wenn er in wenigen Wochen Abschied nehmen muss: Die Geschäftsführung der Hotelkette hat ihn an eines ihrer "Flaggschiffe" nach Köln berufen. Und Hartmut Korthäuer folgt dem Ruf an den Rhein, wo auch ein Teil seiner Familie lebt. Das Kölner Hotel verfügt zwar über 60 Zimmer weniger, macht dafür aber doppelten Umsatz.

"Köln ist nicht so attraktiv wie Magdeburg, aber die neuen Aufgaben sind eine Herausforderung", begründet er seinen Umzug, obwohl sein weinendes Auge derzeit noch die Oberhand hat. Lebensgefährtin Daniela Hansen und deren Sohn Roman ziehen im Sommer nach: "Was mir am besten hier gefallen hat, nehme ich mit", schmunzelt Korthäuer, der den Kontakt zu guten Freunden auch in der Ferne aufrecht erhalten möchte. Und wie wird er die Magdeburger in Erinnerung behalten? "Ein Menschenschlag, der es gewohnt ist, mit seinen Händen Leistung zu erbringen und anzupacken", erklärt er: "Sie sind auf keinen Fall Mimosen, sondern offen und ehrlich. Das kommt meinem Naturell sehr entgegen." Der gebürtige Niederrheiner ist im Ruhrgebiet aufgewachsen.

"Der Niederrheiner weiß nichts, kann aber alles erklären", nimmt Korthäuer mit den Worten des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch seine Herkunft schmunzelnd aufs Korn und betont, dass er in seinem Leben auch viel Glück gehabt habe. "Als Direktor bin ich ein Generalist mit Sozialkompetenz", behauptet er von sich selbst.

Was er damit meint? Hartmut Korthäuer hat seinen Job von der Pike auf gelernt. In seiner beruflichen Wiege Baden-Baden ging er zunächst in jungen Jahren in die Lehre als Koch. Anschließend wechselte er nach Trainingsprogrammen auf die administrative Ebene und war in Hotels in Stuttgart, Berlin, Hamburg, Baden-Baden u. a. Wirtschaftsdirektor oder stellvertretender Direktor.

Bereits 1998 setzte er für zwei Jahre zum ersten Mal seinen Fuß ins Magdeburger Maritim-Hotel, wurde kurze Zeit später zum stellvertretenden Direktor ernannt. Bevor er jedoch 2005 dem Hotel endgültig seinen Stempel aufdrückte, zog es ihn zurück nach Stuttgart und Baden-Baden.

Bereits in seinen ersten beiden Jahren legte er jedoch den Grundstein für Veranstaltungen, die noch heute erfolgreich laufen. 1999 etablierte er gemeinsam mit Mario Seitenmacher die Reihe "Rockgala". Dass der SES-Boxstall von Ulf Steinforth seine Boxkämpfe im Hotel organisiert, geht ebenso auf sein Konto.

Korthäuer hat das Potenzial des "ersten Hauses am Platz" erkannt, das keinesfalls nur für Touristen attraktiv sein soll, sondern auch für Einheimische. So führte das Maritim u. a. auch die Villa Bennewitz ins Bewusstsein der Magdeburger zurück. Auch die Staatskanzlei profitiert seit Jahren vom guten Geschmack der Maritim-Küche.

Ein letzter Rat an die Stadt: "Das Potenzial von Magdeburg könnte noch mehr ausgeschöpft werden." Tagungsstätten sollten mehr beworben werden, touristische Attraktionen besonders im viel beschworenen Sommerloch auf dem Domplatz konzentriert werden.

Über seinen Vorgänger Henrik Müller Huck hieß es einst, er hinterlasse große Fußstapfen. Nun dürfte über Korthäuer selbiges behauptet werden: "Ich denke, ich habe keinen schlechten Job gemacht", sagt er. (jha)