Die Stadtverwaltung will weiterhin keinen neuen Spielplatz in der Neuen Neustadt als Ersatz für die zurückliegende Schließung des Spielplatzes im Vogelgesangpark bauen. Dieser war im Zuge des Baus des neuen Zoo-Eingangsgebäudes als öffentliche Anlage gestrichen worden, weil er auf einer Zoo-Erweiterungsfläche lag. Der Stadtrat hatte deshalb im Vorjahr auf Antrag der Grünen beschlossen, eine neue öffentliche Spielanlage soll als Ausgleich gebaut werden.

Neue Neustadt. Die Forderung des Stadtrates nach einem Ersatzspielplatz in dem weiterhin öffentlichen Teil des Vogelgesangparks hatte die Stadtverwaltung schon in der Vergangenheit immer aus Denkmalschutzgründen abgelehnt, weil der Bau "einen erheblichen Eingriff in das Kulturdenkmal" darstelle. Ein Spielplatz sei "aus denkmalrechtlichen Gründen nicht zulässig".

Die Ratsfraktion der Grünen erklärte hingegen, dieses Argument "akzeptieren wir an dieser Stelle nicht". Auch die Nutzung des denkmalgeschützten Parks durch den Zoo sei schließlich ohne Probleme genehmigt worden.

Eine Ratsmehrheit folgte den Grünen und beschloss im Vorjahr: Es soll doch ein öffentlicher Spielplatz im Vogelgesangpark gebaut werden. Doch die Stadtverwaltung kontert in einer am Dienstag vorlegten Stellungnahme des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann erneut, dies sei "aus Gründen des Denkmalschutzes ausgeschlossen".

Die Stadtverwaltung erweitert ihre Begründung in dem neuen Papier nun auch um das Argument, für einen neuen Spielplatz gebe es schlicht keinen Bedarf. Grundlage dafür ist die ebenfalls 2010 vom Stadtrat verabschiedete aktuelle Spielplatzkonzeption. Diese weist für die Neue Neustadt Flächenüberschüsse aus.

Berechnet wird der Bedarf mit zehn Quadratmeter pro Kind. So ergibt sich bei statistisch erfassten 1700 Kindern in der Neuen Neustadt ein Bedarf von 17 000 Quadratmetern. Tatsächlich stehen hier nach Angaben der Stadt aber rund 19 000 Quadratmeter zur Verfügung. Ein Plus von 2000 Quadratmetern. Und im angrenzenden Stadtteil Neustädter See gibt es laut Stadt sogar ein Plus von 12 566 Quadratmetern.

Der Baubeigeordnete sieht folglich keine Notwendigkeit, hier neue Spielplätze zu bauen. Statt dessen gebe es den Bedarf, vorhandene Plätze zu sanieren und aufzuwerten. Und: Ein Neubau im Vogelgesang würde aufgrund der Zahlen "konsequenterweise die Schließung eines etablierten Standortes an anderer Stelle im Stadtteil zur Folge haben", erklärt Scheidemann.

Als Kompromiss im Streit um den Vogelgesangpark schlägt er vor, den in der angrenzenden Curiesiedlung gelegenen Spielplatz auf dem Fraunhoferplatz zu sanieren und aufzuwerten. "Dieser Standort liegt zentral in der Curiesiedlung und bedarf nach zwölfjähriger intensiver Nutzung dringend einer Sanierung. Im Quartier leben aktuell 383 Kinder. Dieser Standort ist gefahrlos zu erreichen, im Gegensatz zu einem Ersatzstandort nördlich der Pettenkofer Straße bzw. nördlich des Schöppensteges", so der Baubeigeordnete.

Die Entscheidung liegt nun wieder beim Stadtrat. Dieser soll über den Vorschlag im März abstimmen.