Wer in Wernigerode Volleyball spielt, kennt seinen Namen. Der 72-Jährige Sigurd Fay trainiert seit Jahren die jungen Volleyballer im HSV Wernigerode e.V. Er bereitet die Jugendlichen vor für "Jugend trainiert für Olympia", als Kader für die Landesauswahl und für die Kreiskinder- und Kreisjugendolympiaden. Sigurd Fay engagiert sich außerdem für das Seniorensportfest der Harzregion, welches jeweils im Mai stattfindet. Nach über 50 Jahren des Sports – was motiviert ihn noch immer Jugendlichen aller Altersklassen das Volleyballspiel näher zu bringen? Antworten darauf gibt es im Volksstimme-Gespräch mit Ceyilja Bakirova.

Volksstimme: Herr Fay, wie viele Mannschaften trainieren sie insgesamt?

Sigurd Fay: Es sind insgesamt fünf Mannschaften, unter anderem die weibliche U18-Mannschaft für die Landesoberliga, die weibliche U14-Mannschaft für die Landesliga und die Frauenmannschaft, für die Mädchen ab 18 Jahren aktiv sind.

Volksstimme: Ist es nicht anstrengend, mit 72 Jahren Trainer zu sein?

Fay: Sicherlich. Man muss lernen, persönliche und sportliche Belange unter einen Hut zu bringen. Andererseits habe ich viel Freude an der Entwicklung junger Menschen, wie ihre Spielweise sich zu einer effektiveren und erfolgreicheren entwickelt. Es motiviert mich jedes Mal und treibt mich an.

Volksstimme: Volleyball hat Ihr Leben geprägt. Wie kamen Sie zu dieser Sportart?

Fay: Mit 15 Jahren haben wir als Lehrlinge bei VWW Blankenburg gegen eine Mannschaft aus Nordkorea Volleyball gespielt. Wir haben uns dabei so blamiert. Die Nordkoreaner konnten das und wir nicht. Daraufhin haben wir versucht zu trainieren. Das Problem war nur, es gab Anfang der 50-er Jahre keinen Verein. Aktiv habe ich dann während des Studiums in Dresden gespielt. Dort hatten wir Wettkämpfe bei den Studenten- und Hochschulmeisterschaften. Meine Begeisterung für Volleyball wurde genau zu der Zeit geweckt. Seit meinem 25. Lebensjahr spielte ich dann bei BSG Lokomotive Blankenburg für 20 Jahre in der Bezirksliga.

Volksstimme: Sie sprachen gerade über die Begeisterung am Volleyball. Was ist so besonders an diesem Sport?

Fay: Man braucht eine anspruchsvolle technische Ausbildung, um gleichzeitig den Körper und den Ball kontrollieren zu können. Das Team muss sich ergänzen können. Mit einem starken gemeinsamen Kampfgeist kann eine Mannschaft auch technische Fehler ausbügeln. Außerdem gibt es keinen direkten körperlichen Kontakt zwischen den Gegnern wie beispielsweise im Handball. Dadurch werden bestimmte Verletzungen einfach vermieden.

Volksstimme: Was ist Ihr Geheimnis, fit zu bleiben?

Fay: Ich bin immer in Bewegung, zusammen mit der Jugend oder nehme oft an Museumslokfahrten teil, da ich ein großer Fan der Dampflokomotive bin. Außerdem trinke ich kaum Alkohol und führe ein nikotinfreies Leben.

Volksstimme: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Fay: Eine breitere Resonanz und Anerkennung innerhalb der Sportlandschaft Wernigerode. Es ist schade, dass Volleyball immer noch so viel weniger Zuspruch hat als Fußball.

Wer interessiert ist, kann gerne die Trainingseinheiten des HSV Wernigerode besuchen: donnerstags und freitags findet jeweils zwischen 14.30 Uhr und 16 Uhr in der Turnhalle der Francke-Grundschule Training für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren (U12 und U14) statt. Montags (19 - 20.30 Uhr) und freitags (18 - 20 Uhr) trainieren die U18- und Damenmannschaft in der Turnhalle Kohlgarten.