Wie in jedem Februar, so hat die Polizei gestern die neueste Kriminalstatistik für Magdeburg vorgelegt – und die fiel positiv aus. Im statistischen Vergleich zwischen 2009 und 2010 sank die Anzahl der Straftaten um 7,9 Prozent.

Magdeburg. Die Stadt ist in den vergangenen zehn Jahren sicherer geworden – statistisch gesehen. Ein Indiz dafür ist die sogenannte "Häufigkeitszahl", die besagt, wie viele Straftaten pro 100 000 Einwohner jährlich verübt wurden.

Vor zehn Jahren lag Magdeburg mit 15 336 Straftaten pro 100 000 Einwohner noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt (rund 13 000). Im vergangenen Jahr dagegen ordnete die Stadt sich mit 12 632 Straftaten pro 100 000 Einwohner sichtbar darunter ein, und das bei fast gleichbleibender Einwohnerzahl.

"Man kann Magdeburg beim Kriminalitätsaufkommen jetzt nicht mehr mit Städten wie Hamburg, Frankfurt oder Berlin vergleichen", sagte gestern Polizeidirektor Walter Seifert, Leiter des Magdeburger Polizeireviers. Zusammen mit Kripo-Chef Sirko Eckert stellte er die Kriminalstatistik 2010 für Magdeburg vor. Und zog, weil es sich anbot, auch eine Zehnjahresbilanz.

Insgesamt wurden von der Magdeburger Polizei im vergangenen Jahr 29 111 Straftaten aufgenommen. Das waren 2482 Fälle weniger als 2009 (31 593). Zum Vergleich: 2001 waren es noch 35 495 Straftaten.

Die Aufklärungsquote ist laut Polizeistatistik in den vergangenen zehn Jahren von 52,6 Prozent auf 57,7 Prozent gestiegen. "Ein guter Wert", so Walter Seifert, der in den vergangenen drei Jahren auch auf die Polizeireform und die damit verbundene Bündelung der Kräfte zurückzuführen sei.

Der Löwenanteil an den Straftaten liegt bei den Diebstählen. Darauf entfallen 46,4 Prozent aller Straftaten in Magdeburg. Allerdings ist die Anzahl im Jahresvergleich 2009/2010 von 14 096 Fällen auf 13 514 gesunken. Die Aufklärungsquote blieb mit 40 Prozent fast gleich. Die Nummer eins bei den Diebstählen ist der Ladendiebstahl, jedoch sei die Aufklärungsquote mit über 90 Prozent auch sehr hoch, da die Täter fast immer von den Geschäften gestellt werden könnten.

Tötungsdelikte gab es in Magdeburg 2010 13 Fälle, genau wie 2009. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 92,3 Prozent. Sexualdelikte wurden 2010 insgesamt 166 gezählt, 56 weniger als 2009.

"Zu diesen Straftaten gehören aber auch beispielsweise 46 Exhibitionisten und 32 Straftaten im Bereich verbotene Pornografie", erläuterte Sirko Eckert dazu.

Insgesamt hat die Magdeburger Polizei 2010 in 3125 sogenannten Rohheitsdelikten ermittelt. Das waren 403 weniger als 2009. Zu diesen Straftaten gehören zum Beispiel auch Raubüberfälle.

Erfreulich: Die Raubüberfälle sanken 2010 um 118 Straftaten auf insgesamt 250. "Dieser deutliche Rückgang ist vor allem für das Sicherheitsempfinden der Bürger von Bedeutung", sagte Walter Seifert. Wieder zum Vergleich: 2001 wurden 360 Raubüberfälle in Magdeburg gezählt, 2006 waren es sogar 388. Mit 250 Fällen lag die Zahl im vergangenen Jahr seit zehn Jahren am niedrigsten.

Weitere Zahlen: Illegale Graffiti gingen von 1696 auf 962 Fälle zurück; Rauschgiftdelikte stiegen von 406 auf 475 Fälle an, Autos wurden 2010 in Magdeburg insgesamt 349 gestohlen, 37 mehr als 2009; Fahrräder wurden im vergangenen Jahr 2668 gestohlen, 197 weniger als 2009; Stalking-Fälle (Nachstellungen) wurden der Polizei 2010 insgesamt 169 angezeigt, 21 mehr als 2009.

25,5 Prozent aller Straftaten gingen 2010 auf das Konto von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden, das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als 2009.

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