Drei Spiele, zwei Punkte, ein Treffer - die Ausbeute des abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg nach der Winterpause ist alles andere als berauschend. Wo es besonders klemmt, wissen die Beteiligten nicht erst seit der jüngsten Auswärtspartie am vergangenen Sonntag beim FC Oberneuland (0:0) - im Angriff.

Magdeburg. Abhilfe sollte mit Beginn der Rückrunde der neu verpflichtete Shergo Biran schaffen, doch dann gab‘s Probleme mit der Spielgenehmigung (Volksstimme berichtete). Die Folge: Der 32-Jährige liegt bis zum 1. März auf Eis, ist aber jetzt schon in aller Munde. "Mit ihm hätten wir gegen Oberneuland wahrscheinlich gewonnen", vermutete Trainer Ruud Kaiser nach dem torlosen Remis in Bremen und legte nach: "Wenn ich zuvor an das Heimspiel gegen Wil-helmshaven denke, als Becker in der ersten Halbzeit zwei Riesenchancen vergab, glaube ich, dass Biran zumindest ein Ding davon genutzt hätte", blickte der Coach weiter zurück und begründete das so: "Ich sehe, wie er sich beim Training verhält und wie clever und kaltschnäuzig er vorm gegnerischen Tor die Bälle verwandelt."

Gleichzeitig birgt eine so hohe Erwartungshaltung natürlich auch Gefahren. "Man muss einerseits aufpassen, dass der Druck nicht zu groß wird. Andererseits ist er wieder ein wenig aus dem Rhythmus gekommen, denn nach den Testspielen konnte er eben nicht wie erhofft eingesetzt werden, sondern erneut nur trainieren. Das ist absolut frustrierend, für ihn, für mich, für alle", machte der Holländer seinem Ärger Luft.

Auch Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge - der 61-Jährige vertrat am Sonntag als einziger Offizieller den Club in Bremen - warnte vor zu großer Euphorie: "Es wäre fatal, wenn sich jetzt alles auf Shergo Biran fokussieren würde. Wunderdinge kann auch er nicht vollbringen. Zumal er ein halbes Jahr gar nicht mehr gespielt hat."

Dass die Rufe nach dem vermeintlichen Retter aber immer lauter werden, dafür sorgt diese Mannschaft ganz alleine. Die aufgebotenen Spitzen Denis Wolf und Marko Verkic kamen im Sportpark am Vinnenweg zu keiner einzigen zwingenden Möglichkeit - und das gegen einen Abstiegskandidaten. Letzterer hat eigentlich noch zu keinem Zeitpunkt seine Regionalliga-Tauglichkeit nachgewiesen und Wolf seine lange Ladehemmung erst im Heimspiel gegen Wilhelmshaven (1:1) ablegen können. Wer glaubte, der Treffer hätte dem 28-Jährigen so richtig Auftrieb gegeben, wurde in Bremen enttäuscht.

So blieb Kaiser denn auch nur die positive Erkenntnis, "dass man im Gegensatz zu den Konkurrenten von Meuselwitz und Braunschweig II am Wochenende wenigstens einen Punkt geholt hat". Gleichwohl schränkte der 50-Jährige ein: "Nur mit Unentschieden kommen wir da unten natürlich auch nicht raus." Und spätestens da fällt dann wieder sein Name - Shergo Biran. Er soll den Club aus dem Keller schießen. Gegen RB Leipzig am Sonntag (13.30 Uhr) wird‘s noch nichts, aber dann am 5. März im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg II soll er‘s richten. Und mit nur vier verpassten Spielen (14 verbleiben dann noch bis zum Saisonende) hätte sich der Schaden sogar einigermaßen in Grenzen gehalten.