Sie sind das "Aushängeschild der Stadt", so Oberbürgermeister Lutz Trümper, und "Botschafter für das Land, die reiche Geschichte, die Menschen und die Entwicklung" so Bärbel Pieper, Vorsitzende des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt. Lobende Worte, die den Magdeburger Stadtführern gestern ganz sicher runtergingen wie Öl.

Am Weltgästeführertag feierte der Verband Magdeburger Stadtführer am Montag sein 20-jähriges Bestehen mit einem Empfang im Rathaus. 44 Mitglieder und zwei Ehrenmitglieder zählt der Verein, insgesamt führen 55 Stadtführer durch Magdeburg.

Vorsitzende Ursula Hartmann durfte gestern mit ihren Kollegen Gottfried Richter, Bernd Rosenburg und Karin Frank, alle seit 2001 im Verband, besonders stolz sein. Die vier Stadtführer wurden mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet – sozusagen ein Ritterschlag für die Magdeburger, da sich bisher nur Stadtführer in Berlin, Köln, München, Dachau und Rotenburg (Wümme) damit brüsten können.

Hinter dem Zertifikat verbirgt sich die europaweite DIN Norm 15 565! Da Gäste- und Fremdenführer kein anerkannter Ausbildungsberuf ist, hat sich die Europäische Union gedacht, die Normen zu vereinheitlichen.

Die Ausbildung geschieht nach einem bestimmten Baukastensystem: Wer rund 600 lehrreiche Stunden in Uni, Volkshochschule & Co. verbringt, Theorie und Praxis beherrscht und noch etliche andere Kriterien erfüllt, wird mit diesem Zertifikat ausgezeichnet.

<6>Magdeburgs Stadtführer sind übrigens 365 Tage im Jahr in ihrer Mission unterwegs. So startet täglich ab 11 Uhr eine zweistündige Führung von der Tourist-Information. Vom Alten Markt geht‘s u. a. zur Johanniskirche, St.-Petri-Kirche, zum Kloster Unser Lieben Frauen und zum Domplatz. "Bei Regen, Schnee oder Glatteis, also bei jedem Wetter", sagt Daniela Rosenthal von der Tourist-Information.

<7>Aufhorchen ließ gestern auch das musikalische Quartett die "Magdeburger Liederfreunde", die den Stadtführern zwei Ständchen sangen. Volker Eckebrecht, Peter Kirst, Barbara Karsten und Gerhard Pusta haben Magdeburger Liedgut wiederentdeckt und touren mit den Heimatliedern durch die Stadt. (jha)<8><9>

   

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