Seit einigen Wochen laufen bereits die Vorbereitungen, jetzt kann man erahnen, wie sie aussehen wird, Magdeburgs längste Lärmschutzwand am Ring, die fast wie ein Stadttor im Norden anmutet. Zurzeit werden die Stützpfeiler im Boden eingelassen, die ersten Lärmschutzelemente kommen Ende dieses Monats.

Magdeburg. Nach und nach werden mit Hilfe eines Autokrans die leuchtend grünen Träger in den Boden eingelassen. Für jeden Stahlträger wurde vorher ein Metallrohr in der Erde versenkt, das den Träger aufnimmt. Eine anschließende Betonfüllung sorgt später für die nötige Stabilität. Alles muss genau lotrecht ausgeführt werden, ein Bauarbeiter misst ständig nach, dass das auch so passiert. Derweil zieht der Verkehr mit Tempo 40 einspurig an der Baustelle vorbei.

Trotz der niedrigen Wintertemperaturen gehen die Bauarbeiten an Magdeburgs größter Lärmschutzwand weiter. Müssen sie auch, denn am 30. Juni dieses Jahres soll sie fertig sein. "Der Termin steht", sagt Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt.

Die 1,7 Kilometer Lärmschutzwand teilten sich in jeweils zwei Längen von rund 800 Meter auf, die links und rechts entlang des Rings im Bereich Kannenstieg verlaufen. An der Lindwurmbrücke kommen noch mehrere kleine Anschlussstücke dazu. Die Lärmschutzwände sind jeweils sieben Meter hoch und oben in Richtung Verkehrslärm abgeschrägt. Die einzelnen Lärmschutzelemente werden in Kassettenbauweise zwischen die Pfeiler eingesteckt. Dies soll übrigens am 28. Februar mit einer kleinen Feier symbolisch begonnen werden.

Insgesamt darf die Lärmschutzwand 3,9 Millionen Euro kosten. 3,4 Millionen davon kommen aus dem Konjunkturpaket, das die Bundesregierung 2009 aufgelegt hatte, 500 000 Euro muss die Stadt als Eigenanteil beisteuern.

Das Ziel der Baumaßnahmen ist klar: Lärmschutz. Seit es den Ring gibt, leiden die Anwohner im Kannenstieg unter dem Verkehrslärm, besonders in den Häusern am Stadttor-Karree an der Hans-Grundig-Straße. Durch die Wand werde die Lärmbelästigung auf unter 55 Dezibel (Nachtwert) gesenkt, erläuterte Projektleiter Matthias Rocke dazu. Das sei der vorgeschriebene Grenzwert für die Nachtruhe.

Verantwortlich für die zukünftige Ruhe in den Schlafzimmern am nördlichen Ring ist die Bauweise der Lärmschutzelemente. Sie bestehen im Inneren aus dicken Mineralwolle-Matten und Glaswolle-Elemente. "Dadurch sind die Elemente hoch lärmabsorbierend", sagte Matthias Rocke.

Lärmschutzwände sind leider auch immer sehr begehrte Objekte für illegale Graffiti-Sprayer. Dieser möglichen Verunstaltung solle vorgebeugt werden. Dazu hat der Stadtrat beschlossen, dass die neuen Wände mit legalen Graffiti von Profis und Künstlern gestaltet werden sollen. Wann das genau passieren werde, stehe noch nicht fest, sagte Rathaussprecherin Cornelia Poenicke.

Dazu laufen aber konkrete Vorbereitungen und Gespräche, denn die Gestaltung solle natürlich so schnell wie möglich umgesetzt werden – bevor die "Illegalen" zuschlagen können.

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