Der Einbruch in das Brautmodengeschäft in der Halberstädter Straße gibt der Polizei auch weiter Rätsel auf. In der Nacht zum Mittwoch, dem 9. Februar, haben Unbekannte den Laden fast leer geräumt. 300 Brautkleider, 200 Anzüge, Schuhe, Schmuck und Schleier im Wert von rund 100 000 Euro wurden entwendet. Die Polizei ist weiter auf der Suche nach wichtigen Zeugen. Gesucht wird unter anderem ein weißer VW-Bus und ein Pkw Mercedes mit deutlich sichtbaren Schäden am Heck.

Sudenburg. Nach der Volksstimme-Veröffentlichung am 11. Februar über den Einbruch in das Brautmodengeschäft in der Halberstädter Straße hat sich ein Zeuge mit einer wichtigen Beobachtung gemeldet. Nach Angaben der Ermittler sei ihm auf dem Hinterhof des Geschäftes ein weißer VW-Bus und ein Pkw Mercedes mit deutlichen Schäden im Heckbereich aufgefallen.

Die Fahrzeuge waren jeweils mit zwei Personen besetzt. Dabei habe der Zeuge bemerkt, dass die Personen sich in einer ihm nicht bekannten Sprache unterhielten. "Ob es sich um eventuelle Tatverdächtige handeln könnte, wissen wir noch nicht", erklärte gestern Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. Es ist gegenwärtig aber die einzige Spur der Ermittler. Sie passt zumindest zu der Vermutung, dass die Täter mindestens mit einem Kleintransporter oder zwei Pkw die Beute abtransportiert haben müssen. Es handelte sich um 300 Braut- und Abendkleider, 200 Anzüge, Schuhe, Schmuck und Schleier.

Die Tatzeit können die Ermittler ebenfalls aufgrund von Zeugenbeobachtungen auf die Zeit zwischen 23.40 und 9.30 Uhr in der Nacht zum 9. Februar eingrenzen.

Fest steht, dass die Einbrecher mit brachialer Gewalt an der Hinterfront des Flachbaus schräg gegenüber dem Autohaus Dürkop in der Halberstädter Straße vorgegangen sind. Sie hebelten die Tür mit einem größeren Hebelwerkzeug auf und beschädigten dabei nicht nur die Metalltür und die Fassade.

Auch im Inneren wurde eine in der Wand verankerte Holzplanke aus der Verankerung gerissen. "Die Täter müssen demnach auch mit Gewalt gegen die Tür geschlagen oder getreten haben", erklärt Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. Möglicherweise wurden Zeugen auf den Lärm aufmerksam, haben bis heute diesem aber keine Bedeutung beigemessen.

Die bisherigen Ermittlungen der Beamten haben weiterhin ergeben, dass die Täter nach dem Eindringen in das Geschäft die Nachtbeleuchtung ausgeschaltet haben. Offenbar war dies eine Vorsichtsmaßnahme, da über ein großes Schaufenster das Geschäft von der Seite der Halberstädter Straße einsehbar ist. Das durch die Straßenbeleuchtung einfallende Restlicht hat den Ganoven offensichtlich ausgereicht, um sämtliche Regale leer zu räumen und deren Inhalt über die Fluchttür an der Hinterfront abzutransportieren.

Für die Kriminalisten sind nun Hinweise in zwei Richtungen wichtig. Zum einen könnten weitere Beobachtungen rund um den Tatort den Beamten weiterhelfen.

"Möglicherweise haben aber auch andere Personen den gesuchten Pkw Mercedes mit den Schäden im Heckbereich oder den weißen VW-Bus auf dem Innenhof des Komplexes beobachtet", erklärt Thomas Kriebitzsch.

Zum anderen konzentrieren sich die Ermittlungen auch auf den Verbleib der in Größenordnungen gestohlenen Ware. Diese könnte zum Beispiel im Internet oder anderen "Märkten" bereits günstig angeboten worden sein.

Hinweise nimmt die Kripo unter Telefon (03 91) 5 46 21 96 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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