Die Stadt Magdeburg plant gemeinsam mit dem Land eine Erfassung der Grundwasserschäden. Dazu sollen sich alle betroffenen Grundstückseigentümer, die Wasser im Keller haben oder ein "vernässtes Grundstück" besitzen, mit einem Fragebogen an der Erfassung beteiligen. Dieser wird vom Umweltamt entgegengenommen und an die zuständige Arbeitsgruppe weitergeleitet.

Magdeburg. Um die Dimension der Schäden durch das angestiegene Grundwasser in der Stadt besser erfassen zu können, bittet die Stadt um Meldungen von überfluteten Kellern oder "vernässten Flurstücken".

Ein entsprechender Erfassungsbogen ist im Internet (siehe Infokasten) oder im Umweltamt in der Julius-Bremer-Straße erhältlich. Ziel sei es, einen besseren Überblick über betroffene Stadtgebiete zu bekommen, erklärte gestern Beigeordneter Holger Platz. Man sollte sich bei dem Erfassungsbogen des Landes nicht von dem Umfang der Fragen irritieren lassen, da diese außerhalb von Magdeburg eher an die Unterhaltungsverbände und landwirtschaftlichen Betriebe gerichtet sind. "Der Bürger sollte einfach ausfüllen, was man ausfüllen kann", erklärte Holger Platz. Ansonsten würden auch die Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde im Umweltamt behilflich sein.

In diesem Zusammenhang wurde unter www.mlu.sachsen-anhalt.de eine Informationsplattform eingerichtet, wo Betroffene und Interessierte sich über die aktuellen Grundwasserverhältnisse und Grundwasserhöchststände informieren können und fachliche Hilfe bei der Schadenbehebung und Schadenvorbeugung finden.

Auf dieser Plattform wird auch der Erfassungsbogen für die "Erfassung und Bewertung vernässter Flächen" angeboten.

Sollte den Bürgern ein Zugriff auf die Internetseite des Landes Sachsen-Anhalt nicht möglich sein, kann der Erfassungsbogen auch schriftlich im Umweltamt oder telefonisch unter den Rufnummern 5 40 27 71 bzw. 5 40 27 61 angefordert werden. Die Erfassungsbögen sollten möglichst bis Mitte März an das Umweltamt zurückgesandt werden.

Nach Angaben des Ordnungsbeigeordneten hat die Arbeitsgruppe "Grundwasser" des Landes in dieser Woche das erste Mal getagt. Dabei ging es in erster Linie um die Ursachenerforschung der steigenden Grundwasserstände, wobei der gewässerkundliche Dienst mögliche Ursachen beleuchtete. So verwiesen die Experten erwartungsgemäß auf die überdurchschnittlichen Niederschläge 2007 bis 2009 und die Niederschlagsmengen über 400 Prozent des Jahresmittels im vergangenen Jahr. Außerdem (Volksstimme berichtete) fielen in Größenordnungen Anfang der 90er Jahre die Wasserentnahmen für Brauchwasser der Großbetriebe aus dem Grundwasser weg. Nicht zuletzt sei auch das Thema "Gräben" beleuchtet worden.

Holger Platz: "Für uns ist das in unserer stadtweiten Arbeitsgruppensitzung am 7. März das entscheidende Thema. Denn auf die Niederschläge haben wir keinen Einfluss, und die Wasserentnahme können wir auch nicht in diesen Größenordnungen rückgängig machen. Aber an den Gräben können wir Abhilfe schaffen." Dies könne zwar das Problem nicht lösen, aber zumindest mildern, wenn ein schneller Wasserabfluss gewährleistet werde. Bei der nächsten Sitzung der Landes-Arbeitsgruppe am 6. April soll auch das ein vordergründiges Thema sein.

In Magdeburg teilen sich die Themenkomplexe. In Ostelbien gehen die Experten der Frage nach, ob die Vorhaben zur Verbesserung der Situation in dem Bereich ausreichend sind.

Im westelbischen Bereich sollen die Unterhaltungsverbände die Situation der Gräben näher beleuchten.

(Stadtteil Ost)