Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg konzentriert sich, nachdem kurzfristig die Besetzung des neuen Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden die Szenerie beherrscht hatte, wieder alles auf das Sportliche. Das ist auch bitter nötig, denn der Club schwebt in akuter Abstiegsgefahr, ist im neuen Jahr noch ohne Sieg und erwartet am Sonntag (13.30 Uhr) keinen Geringeren als "Liga-Krösus" RB Leipzig.

Magdeburg. Vor Saisonbeginn wurden die Sachsen mit dem mächtigen Sponsor Red Bull im Rücken als haushoher Titelanwärter gehandelt. Doch es kam anders. Der Chemnitzer FC dominiert die Liga, wird sich den Aufstieg wohl nicht mehr nehmen und RB vermutlich klar hinter sich lassen. Am vergangenen Wochenende erlebten die Leipziger mit einer schier unglaublichen 1:5-Heimpackung gegen Holstein Kiel ihren vorläufigen Tiefpunkt.

Der FCM trifft also auf einen angeschlagenen Gegner, der sich rehabilitieren will. Das macht die Angelegenheit noch schwerer. Doch Trainer Ruud Kaiser stapelt auch aus anderen Gründen tief: "RB hat mehr Qualität, ist die bessere Mannschaft, besitzt klare Vorteile im 1:1-Duell. Wenn wir trotzdem bestehen wollen, müssen wir vor allem in der Defensive die Ordnung halten und versuchen, Überzahlsituationen zu schaffen, die natürlich Kraft kosten." Dabei rechnet er sich durchaus Chancen auf einen Dreier aus: "Zum Glück ist es im Fußball ja nicht so, dass immer die bessere Mannschaft gewinnt. Viel macht auch die Tagesform aus. Wenn wir es allerdings packen wollen, muss in der Offensive mehr als zuletzt kommen."

Die fehlende Durchschlagskraft ist die größte Baustelle im Team. Nach der Winterpause gelang erst ein mickriger Treffer. Doch Kaiser wehrt sich gegen die seiner Meinung nach überzogene Kritik und erinnerte noch einmal daran, dass ihm Radovan Vujanovic (zu Hansa Rostock) und Lars Fuchs (Hannover 96 II) nicht mehr zur Verfügung stehen. Beide erzielten in der vergangenen Saison zusammen 31 (von insgesamt 57) Tore.

So wartet Kaiser sehnsüchtig auf den noch bis zum 1. März gesperrten Neuzugang Shergo Biran, der am Sonntag letztmalig zuschauen muss.

Auf wen Kaiser von seiner Stammformation setzt, wollte der Holländer, der gegen Oberneuland (0:0) vier Umstellungen vorgenommen hatte, noch nicht verraten. Zumindest kann er auf Kapitän Daniel Bauer setzen, der nach einer Rückenverletzung wieder fit ist.

Optimismus strahlte im Übrigen der neue Präsident Peter Fechner aus: "Ich habe mit Trainer und Kapitän gesprochen und den Eindruck, dass die Mannschaft wild entschlossen ist, endlich den Bock umzustoßen. Ich traue den Jungs zu, dass sie zumindest einen Punkt einfahren."