1:12 Eckbälle, aber 2:1 gewonnen – dem abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg gelang gestern mit dem Heimerfolg über RasenBallsport Leipzig nicht nur der erste Sieg im neuen Jahr, sondern gleichzeitig eine Riesenüberraschung und ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Magdeburg. Dabei sah es zunächst nach einer weiteren Niederlage aus, als Frahn nach Flanke von Baier den Ball artistisch aus der Luft nahm und unhaltbar ins lange Eck vollstreckte (15.). Zuvor hatte FCM-Keeper Tischer Rosins Volleyschuss aus dem Winkel gefischt und so noch einen Rückstand verhindert (7.).

Trotz der schwierigen Bodenverhältnisse entwickelte sich ein flottes, ein abwechslungsreiches Spiel, bei dem sich die Platzherren zunächst wieder einmal selbst um den möglichen Lohn brachten, weil die Durchschlagskraft in der Offensive fehlte bzw. der finale Pass nicht ankam.

Dann die 31. Minute: Neumann nimmt sich ein Herz, zieht aus knapp 30 Metern einfach ab und erzielt das 1:1! Torhüter Gäng, der offenbar mit einem solchen Fernschuss nicht gerechnet hat, sieht schlecht aus. Doch der FCM ist damit wieder im Spiel. "Ich habe den Kopf ausgeschaltet, den Ball optimal getroffen und sicherlich auch ein wenig Glück gehabt. Das war der Anstoß zur Aufholjagd", schilderte der vorbildlich kämpfende Neumann hinterher die Szene.

Zur Pause gab es artigen Beifall der in den letzten Wochen und Monaten nicht gerade verwöhnten FCM-Fangemeinde. Doch es sollte noch besser kommen. Unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang Wijks nach Einwurf von Müller und Zuspiel des ansonsten schwachen Wolf die 2:1-Führung. Der Ball wurde länger und länger und landete schließlich im Kasten. Sowohl für Neumann als auch für Wijks war es jeweils der erste Saisontreffer. Nach dem Tor stürmte der Holländer zielstrebig auf Zeugwart Horner zu, riss ihn sogar zu Boden. "Ich hatte ihm vor dem Spiel prophezeit, dass er heute sein erstes Tor für uns schießt", klärte Horner später auf.

Im weiteren Verlauf zog sich der Club meistens weit zurück, lauerte auf Konter, die aber meistens schon im Ansatz steckenblieben. Lediglich Wolf besaß noch eine gute Möglichkeit. Doch statt das Leder über Gäng zu heben, schoss er vorbei (61.). Auf der Gegenseite verhinderten Tischer oder die Abschlussschwäche der letztlich enttäuschenden Sachsen den Ausgleich.

Trainer Kaiser meinte: "Die Mannschaft hat Charakter, Moral und Leidenschaft gezeigt und bis zum Umfallen gekämpft. Sie kann heute stolz auf diese Leistung sein."

FCM: Tischer - Müller, Sumelka, Halke, Neumann, Wijks (80. Georgi), Becker, Bauer, Rodrigues, Stiefel, Wolf (68. Ujazdowski/90. Verkic)

RB Leipzig: Gäng - Sebastian, Hertzsch, Kläsener, Franke, Kammlott (75. Müller), Rosin, Rockenbach, Schinke (66. Watzka), Baier (75. Kutschke), Frahn

Schiedsrichter: Siebert (Berlin). Zuschauer: 4602. Tore: 0:1 Frahn (15.), 1:1 Neumann (31.), 2:1 Wijks (46.). Gelb: – / Rosin