Eine aktuelle Analyse der Radfahrunfälle des vergangenen Jahres zeigt, dass die Zahl der Unfälle insgesamt von 661 auf 545 gesunken ist. Allerdings forderten die Zusammenstöße auch 422 Verletzte und zwei getötete Radfahrer. Die gefährlichsten Monate waren statistisch gesehen der Juni und April. Hauptunfallursache bleibt das Fahren auf der falschen Fahrbahnseite.

Magdeburg. Radfahrer leben nach wie vor auf Magdeburgs Straßen gefährlich. Mit 545 Unfällen ging die Zahl der Zusammenstöße zwar zurück, dennoch gelten sie auch statistisch weiter als schwächste Verkehrsteilnehmer: Es gab 422 verletzte und zwei getötete Radfahrer.

Wie die von Revierleiter Walter Seifert vorgelegte aktuelle Unfallanalyse des vergangenen Jahres zeigt, werden die meisten Zusammenstöße nach wie vor durch das Benutzen der falschen Fahrbahnseite von den Radfahrern selbst provoziert.

Das wird in der detaillierten Auswertung der Ursachen deutlich. So waren von 111 Unfällen 93 beteiligte Radfahrer auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs, als sie angefahren worden sind.

Einbiegen & Kreuzen häufigste Ursache

"In diesen Fällen hatte zwar der Radfahrer den Unfall durch seine Ordnungswidrigkeit begünstigt, der am Unfall beteiligte Auto- oder Lkw-Fahrer wird aber aufgrund seiner Sorgfaltspflicht oder anderer verkehrsrechtlicher Grundlagen als Verursacher gewertet", erklärte gestern Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. Hinzu kommen die Unfälle, bei denen der Radfahrer entgegengesetzt der Fahrbahn fuhr und als Verursacher eingestuft wurde.

Auch hier wird die Statistik mit 76 Unfällen angeführt. Bei diesen Kollisionen hat der Radfahrer häufig einem Fußgänger oder anderen Radfahrer die Vorfahrt genommen. Thomas Kriebitzsch: "Insgesamt kann man sagen, dass das falsche Benutzen der Fahrbahnseite uns die Hauptsorge bei den Radfahrunfällen bereitet."

Fast die Hälfte aller Unfälle, ob die falsche Fahrbahnhälfte benutzt wurde oder nicht, passierten beim "Einbiegen und Kreuzen" (42,57 Prozent). Als reine "Abbiege-Unfälle", bei denen geradeaus fahrende Radfahrer von anderen Fahrzeugen angefahren wurden, gelten 20,56 Prozent der Unfälle.

Besonders in den Monaten April (78) und Juni (100) krachte es im vergangenen Jahr am häufigsten.

Die wenigsten Zusammenstöße wurden erwartungsgemäß im Januar (4), Februar (7) und Dezember (7) wegen der Schneefälle registriert.

"Diese Tatsache könnte sich nicht unerheblich auf die Gesamtstatistik ausgewirkt haben", so Revierleiter Walter Seifert.

Unfallschwerpunkte gebe es, außer der Hallischen Straße/ Bahnhofstraße (5 Unfälle), nicht.

Alle anderen Kreuzungen blieben zahlenmäßig unter der Bewertungsgrenze der Analyse.

"Halber" und Reuterallee bleiben gefährlich

Als gefährlichste Strecke der Stadt gilt rein statistisch gesehen weiterhin die Halberstädter Straße/ Halberstädter Chaussee mit 36 registrierten Radfahrunfällen. Sie gehört allerdings auch zu den längsten Magistralen.

Setzt man diese ins Verhältnis, dürfte die deutlich kürzere Ernst-Reuter-Allee Spitzenreiter mit 25 Radfahrunfällen sein.

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