Der Magdeburger Hafen gilt als zukunftsträchtiges wirtschaftliches Entwicklungsgebiet im Norden der Landeshauptstadt. Er ist Bestandteil des Industrie- und Logistik-Centrums (ILC). Seine Besonderheit sind die Kais, begehrt bei der Industrie, die große Teile produziert und transportiert.

Rothensee. In einer Referenzbroschüre hat das Wirtschaftsdezernat klar den Stellenwert des Gebietes östlich des August-Bebel-Damms mehrere Superlative herausgehoben: Magdeburg verfüge über den größten Binnenhafen Ostdeutschlands, heißt es. Er liegt direkt am größten Wasserstraßenkreuz Europas. Das macht ihn besonders interessant für potenzielle Investoren, zumal noch der Eisenbahn- und Autobahnanschluss in geringer Entfernung hinzukommt. Die überwiegend städtische Hafen GmbH steht seit über 5 Jahren unter Leitung von Karl-Heinz Ehrhard.

Der Hafen Magdeburg bietet noch Ansiedlungsflächen von 15 Hektar direkt im Hafengebiet. Weitere 100 Hektar liegen weniger als ein Kilometer entfernt auf der Westseite des August-Bebel-Damms. Dort befindet sich das ILC (siehe Beitrag von voriger Woche). "Wir haben nach jahrelanger formaler Trennung eine gemeinsame Vermarktungsstrategie entwickelt", erklärte Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche. Das bringe Synergieeffekte, die in neuen Arbeitsplätzen münden sollen.

Der neu gebaute Hansehafen am Rothenseer Verbindungskanal mit dem Verlade-Terminal ist dabei das größte zukünftige Entwicklungsgebiet für das verarbeitende Gewerbe mit direktem Wasseranschluss. Die von der Stadt erschlossene Fläche von rund 50 Hektar ist nahezu vergeben.

Deshalb ist jetzt die Neuerschließung des Südgeländes der ehemaligen Großgaserei zu Ansiedlungsflächen geplant.

Den größten Schub in der städtischen Hafenwirtschaft und auch für das Interesse von Investoren erwartet Rainer Nitsche von der im Bau befindlichen Niedrigwasserschleuse.

Gut 40 Millionen Euro investiert der Bund im Rahmen des Deutsche-Einheit-Verkehrsprojektes 17. Das hiesige Wasserstraßenneubauamt baut gegenwärtig die Schleuse. Sie soll in diesem Jahr fertig werden. Sie koppelt den Hafen vom schwankenden Wasserstand der Elbe ab, bringt der Schifffahrt mehr Zuverlässigkeit. Ist hier Niedrigwasser, kann das Geschäft in der Kanalschifffahrt weiter florieren.

Nitsche hebt besonders die Trimodalität des Gewerbegebiets hervor – das Areal ist angebunden an allen drei Verkehrsträgern. Große Unternehmen wie Enercon oder MUT profitieren davon.

Der Hafen Magdeburg machte kürzlich auch in ökologischer Hinsicht von sich reden. Karl-Heinz Ehrhard verkündete, dass die Profilierung zum Greenport angestrebt werde.

Dazu gehört die Stromversorgung aus einer Windkraftanlage von SWM und Enercon sowie der Einsatz einer Hybrid-Lok bei der Hafenbahn.

   

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