Am Standort Henning-von-Tresckow-Straße nahe der Uni wird es keinen neuen Anlauf für einen russisch-orthodoxen Kirchenbau geben. Der Stadtrat lehnte einen diesbezüglichen Interfraktionellen Antrag von CDU/BfM und Bündnisgrüne ab. Andere Standorte sind möglich.

Alte Neustadt. Erst wurde die Schenkung an die russisch-orthodoxe Kirche beschlossen. Als sich nach Jahren nichts Entscheidendes rührte, sei 2009 die Rücküberführung des Grundstücks beschlossen worden. Jetzt soll es erneut zurückübertragen werden. Das drehe sich ja wie ein Brummkreisel. Oberbürgermeister Lutz Trümper war die Verärgerung über die erneute Standortdebatte sichtlich anzumerken.

CDU/BfM und den Bündnisgrüne hatten am Donnerstag den Antrag eingebracht, nun doch noch eine zweite Chance zu gewähren. CDU-Rat Wigbert Schwenke und der Grünenstadtrat Wolfgang Wähnelt erklären in dem Papier, dass es neue Sporsoren gebe, die das Geld aufbringen würden. Wähnelt am Donnerstag im Rat: Magdeburg würde ein Zeichen für Offenheit setzen und ein neues touristisches Ziel kreieren. Reinhard Stern und Hubert Salzborn argumentierten gleichfalls für eine zweite Chance – die Zahlung des Kaufpreises bis 30. September 2011 vorausgesetzt. Hier seien ja bereits Investitionen erfolgt. Im Falle einer Ablehnung sei das Vorhaben für immer vom Tisch, glauben Wähnelt und Schwenke.

Eine ganze Reihe von Räten sah das anders, stellte sich auf die Seite von Trümper. Dazu gehörten die SPD-Räte Olaf Czogalla und Andreas Budde sowie Frank Theile und Bernd Krause (Die Linke). Krause: "Sie sagen eine 2. Chance verdient - womit denn?" Tenor der gegnerischen Meinungen: Die Chancen für diesen Standort sind verspielt. Zu oft hätten Kirchenvertreter die Stadt sitzengelassen, Termine versäumt. Weiterhin: Nach der Rückabwicklung im Jahr 2009 ist die Stadt wieder Eigentümer der Flächen. Auflagen wurden ignoriert. Fördermittel wurden nur zu einem kleinen Teil zurückgezahlt. Die letzte gesetzte Frist zum Rückbau des Fundaments (5. November 2010) ist verstrichen.

Die Stadt befürwortet grundsätzlich den Kirchenbau, Alternativstandorte sind angeboten worden, ließ Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann in einer Stellungnahme der Verwaltung wissen. Uni und Handwerkskammer interessieren sich jetzt für einen Teil der Fläche – für dringend benötigte Parkflächen, hieß es.

Der Stadtrat lehnte mit großer Mehrheit den Antrag ab.

   

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