Stadtfeld. Nach dem Großfeuer im alten Kahlenbergstift am Sonnabendfrüh hat die Kripo die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Bei dem Feuer war ein Gebäude des bereits für den Abriss vorgesehenen alten Krankenhauskomplexes fast vollständig ausgebrannt. Rund 35 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Kriminaltechniker hatten noch am selben Tag Spuren genommen, denn die Experten gehen dem Verdacht einer möglichen Brandstiftung nach. "Die Ergebnisse der Untersuchungen werden aber erst in ein paar Tagen vorliegen", sagte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch gestern. Inzwischen liegen auch einige Hinweise von Zeugen vor. "Denen wird jetzt nachgegangen", so Kriebitzsch. Eine heiße Spur haben die Ermittler allerdings noch nicht. Auch wenn die Schadenshöhe schwer bezifferbar ist, da es sich um ein Abrisshaus handelt, wird in dem Fall dennoch intensiv ermittelt. Mit den Ermittlungen betraut ist das Sachgebiet 2 des Polizeireviers Magdeburg, das für Brandermittlungen in schweren Fällen zuständig ist.

Das Kahlenbergstift, das als eines der ersten Krankenhäuser der Stadt in den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, steht offiziell noch unter Denkmalschutz. Und zwar so lange, bis der geplante Abriss vollzogen ist. Die Stadtverwaltung korrigierte gestern eine zuvor getroffene Aussage, wonach der Denkmalschutz vor Kurzem aufgehoben worden sei. Dem ist nicht so. Die Abrissgenehmigung, die der Eigentümer erstmals 2005 beantragt hatte und die drei Jahre lang gültig war, ist inzwischen auf Antrag verlängert worden. Eine Grundstücksgesellschaft aus Nordrhein-Westfalen will nach dem Abriss einen SB-Markt mit knapp 800 qm Nutzfläche errichten. Eine Baugenehmigung gibt es für den Lebensmittelmarkt allerdings noch nicht.