Über die Möglichkeiten der Fahrkarten-Kontrolleure und die Kulanzregelung sprach Volksstimme-Redakteur Andreas Stein mit Cornelia Muhl-Hünicke, MVB-Marketing.

Volksstimme: Welchen Spielraum haben die Kontrolleure in Sachen Kulanz?

Cornelia Muhl-Hünicke: Die von uns beauftragte Fremdfirma gibt vor Ort grundsätzlich keine Kulanz und nimmt erst einmal jeden Fall auf, in dem kein gültiger Fahrausweis vorgelegt werden kann.

Volksstimme: Was kann ich tun, wenn ich mich als Fahrgast ungerecht behandelt fühle?

Cornelia Muhl-Hünicke: Man kann sich bei uns im Kundenzentrum melden. Wir prüfen jeden Fall einzeln, es gibt keinen generellen Kulanzerlass. Im aktuellen Fall haben wir Verständnis für den Bürger, grundsätzlich bleibt es aber bei der Entscheidung.

Volksstimme: Müssen die Kontrolleure eine gewisse "Fangquote" bringen, also so und so viele Schwarzfahrer ertappen?

Cornelia Muhl-Hünicke: Nein, auf keinen Fall! Die Kontrollen gibt es doch, weil wir so wenige Schwarzfahrer wie möglich haben wollen. Nachts sollen sich die Fahrgäste außerdem sicherer fühlen. Die Kontrolleure sollen bei Bedarf auch beim Fahrkartenkauf am Automaten helfen und sind entsprechend geschult. Im Übrigen haben unsere Kontrolleure jahrelange Erfahrung und ein Gespür dafür, wer als Schwarzfahrer unterwegs ist.

Volksstimme: Ist der Umgang mit den neuen "Touchscreen"-Fahrkartenautomaten für manche Senioren vielleicht zu schwierig?

Cornelia Muhl-Hünicke: Vor der Einführung haben wir die Automaten ausführlich getestet, da gab es keine Probleme. Die Fahrkarten verkaufen wir ja auch bei privaten Einzelhändlern wie Lotto-Agenturen, an den eigenen Verkaufsstellen und an 44 Standautomaten an den Haltestellen. Sollte ein Fahrgast mit einem Automaten in der Bahn aus technischen Gründen Probleme haben, hat der Fahrer auch immer Notfallfahrkarten dabei.