Magdeburg (ba). Rechtschreib-Kurse, Lernen lernen oder auch gutes Benehmen gehören zu den 14 Themen des Programms "10 000 Stunden für Ottos Enkel", formuliert in einem Antrag der Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future! Er wird derzeit von den Stadtpolitikern diskutiert. In dieser Woche war er Thema im Bildungsausschuss. Es handelt sich um ein zusätzliches "kommunales Angebot für bildungsferne Familien", so Ausschussvorsitzender Burkhard Lischka (SPD), der das Projekt ausdrücklich begrüßte.

"Mit dem Antrag relativ unglücklich" zeigte sich Rosemarie Hein (Die Linke). Sie fragte u. a., warum das Programm nicht für alle Kinder gelte. Hauptkritik jedoch war, dass der Bildungs- und Erziehungsauftrag aus der Schule herausgegeben werde. Stattdessen sollten Schulen so ausgestattet werden, dass sie entsprechende Bildungsarbeit leisten können. Zudem sei weder geklärt, wer die Stunden übernehmen, noch wer sie bezahlen soll. Schiebe man alles aufs Ehrenamt, könne es "Reduzieren der Lehrer nach sich ziehen", befürchtet Hein.

Hans-Joachim Mewes (Die Linke) wandte ein, dass es an Schulen schon viele Projekte gebe, "von denen der Politiker nichts weiß" und dass vorhandene Angebote bedacht werden sollten. Bernd Heynemann (CDU) wollte wissen, wer die Angebote koordinieren soll.

Fragen, die unbeantwortet sind. Dennoch wurde über den Antrag abgestimmt. Es gab 3 x Ja, 1 x Nein und 3 Enthaltungen. Der Antrag ist am 24. März im Jugendhilfe-, danach im Familienausschuss, bevor das Thema am 28. April auf die Agenda des Stadtrates soll.