Am Tag der Landtagswahl treffen sich auf dem Domplatz zwei Autoclubs, allerdings nicht zur Frühlingsausfahrt, sondern zum Demonstrieren. Sie rufen zu Magdeburgs erster Spritpreis-Demo auf.

Magdeburg. Autos sind ihr Hobby, ihr Anliegen ist es aber, für alle Autofahrerinnen und Autofahrer zu sprechen. Die dauerhaft hohen Benzinpreise würden jetzt zu einer Belastungsprobe für viele Autofahrer. Man traue sich gar nicht mehr, auf die angezeigten Literpreise an den Tankstellen zu schauen. "Hab ich vielleicht Glück? Kostet der Liter Super unter 1,50 Euro?"

Marcus Schmidt, Patrick Hecht und die Mitglieder ihrer beiden Autoclubs sind sich einig, dass etwas passieren muss. Darum rufen der Peugeotclub "Elb-Löwen" und der "VW Club Magdeburger Börde" jetzt gemeinsam zur ersten Spritpreisdemo auf. "Wir wollen verschiedene Aktionen veranstalten", sagt VW-Club-Chef Patrick Hecht, für die Demo hätten sich die beiden Magdeburger Clubs jetzt zusammengefunden.

Die Argumente sind klar: Die Spritpreise steigen, und das ohne Aussicht auf Besserung. "Was können denn die Verbraucher dafür, dass durch den Krieg in Libyen die Ölförderung ins Wanken gerät? Was können sie für den Aufschwung nach der Wirtschaftskrise, der die Zahl an Autokäufen und damit den Bedarf an Rohöl erhöht? Nichts, aber dennoch müssen alle Autofahrer dafür zahlen", sind die Autoclub-Mitglieder wütend. Wäre nicht fast jeder auf seinen Pkw angewiesen, so hätte er ihn wohl schon lange stehen lassen. Doch das sei natürlich nicht möglich, schließlich müsse jeder zur Arbeit, um dort das Geld zu verdienen, was letztendlich wieder in den Tank fließe. "Was für ein Kreislauf – das Benzin braucht man zum Leben, und man lebt für das Benzin."

Aus diesem Grunde die Demonstration. Geplant ist, dass möglichst viele Magdeburger am 20. März auf den Domplatz kommen und ihren Unmut über die Benzinpreise zum Ausdruck bringen. "Wir werden demonstrieren und gleichzeitig Unterschriften sammeln", so Marcus Schmidt. "Dass es immer der ,kleine Bürger‘ ist, der für politische Unruhen und wirtschaftliche Engpässe zahlen muss, sollte zumindest für jeden ein Ärgernis sein."

Die Unterschriften sollen für eine Petition an den Landtag von Sachsen-Anhalt gesammelt werden. "Wir wollen den Landtag dazu auffordern, sich dafür einzusetzen, dass das Bundeskartellamt jetzt endlich gegen die Mineralölkonzerne verschärft vorgeht", erklärt Patrick Hecht das Ziel der Aktion.

Und auch die Demonstration soll keine Eintagsfliege bleiben. Geplant sei, diese Aktion jeden Monat einmal zu wiederholen. "Bei den Montagsdemonstrationen haben die Bürger ihre Meinung offen gesagt und so könnte das bei dieser Aktion auch wieder laufen", hofft Patrick Hecht auf eine große Resonanz.

Die Demonstration soll am 20. März zwischen 14 und 16 Uhr stattfinden. Und dabei seien Domplatz und der Wahlsonntag ganz bewusst ausgesucht worden. Man wolle vor dem Landtag den Bürgern am Wahltag zeigen, dass der Konsument eben doch eine Wahl habe – wie etwa beim E-10-Benzin.