Zögerliches Verhältnis in der Magdeburger Stadtverwaltung zu Kreisverkehren: An nur vier weiteren Stellen im Stadtgebiet werden perspektivisch solche Anlagen ins Kalkül gezogen. Der an der Olvenstedter Straße/Olvenstedter Platz angedachte Kreisel ist schon gestrichen.

Altstadt. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile hat die Stadt den Umbau dieser Kreuzung aus dem Kreisverkehrskonzept gestrichen. Es gehe an der Olvenstedter Straße auch um Fußgänger, die müssen ja auch über die Straße, benannte Roswitha Baumgart vom Stadtplanungsamt einen der Gründe.

Geblieben sind damit im städtischen Kreisverkehrskonzept noch 4 mögliche Standorte. Es handelt sich dabei um problematische Kreuzungen. Konkret sind das der Kirschweg/Magdeburger Ring (Westseite), Dodendorfer Straße/Fermersleber Weg, Leipziger Chaussee/Am Hopfengarten, Halberstädter Chaussee/Brenneckestraße.

Hier könnten, so Roswitha Baumgart, durchaus positive Effekte für den Stadtverkehr erzielt werden. Die zuständige Abteilungsleiterin meint damit sowohl günstigeren Verkehrsfluss als auch mehr Sicherheit an diesen teils unübersichtlichen Knotenpunkten. Was Letzteres betrifft: An Kreisverkehren passieren 40 Prozent weniger Unfälle als an ampelgeregelten Kreuzungen. Das besagt eine Studie aus dem Jahr 1995.

Demnach hätten wenigstens die vier Kreisel gute Chancen.

Roswitha Baumgart dämpft die Erwartungen. Wann sie gebaut werden, ist überhaupt noch nicht klar. Der derzeit (mit extrem langen Pausen) wachsende Kreisverkehr in der Harnackstraße wird vorerst der letzte sein.

Seit 2005 versucht Magdeburg nach Stadtratsbeschluss, an der europaweiten Erfolgsgeschichte des Verkehrskreisels deutlicher mitzuschreiben. Grundlage dafür ist ein Konzept aus dem genannten Jahr. Für CDU-Stadrat Michael Hoffmann Grund genug, in einer Anfrage kritisch eine Zwischenbilanz von der Stadtverwaltung einzufordern. Er sieht in den bisherigen Aktivitäten nur eine unzureichende Umsetzung.

Jetzt legte die Verwaltungsspitze in einer öffentlichen Stellungnahme die Fakten auf den Tisch. Sie bestätigen Hoffmanns Vermutung. Tatsächlich sind seitdem lediglich die damals bereits beplanten Knotenpunkte Stendaler/Rogätzer Straße sowie der Wittenberger Platz zu Kreisverkehren umgestaltet worden. Die Perspektive beschränkt sich auf die vier genannten Kreisel.

Warum das so ist, versucht Roswitha Baumgart zu beantworten. Erstens sei es eine Geldfrage, sagte sie. Immerhin: Der Kreisel am Wittenberger Platz als teuerster hat rund 694 000 Euro, der an der Wanzleber Chaussee 159 000 Euro gekostet (niedrigste Investition).

Zweitens beschleunigen Kreisverkehre zwar den Verkehrsfluss. Allerdings müssten bei einer Entscheidung dafür auch die Bedingungen für Fußgänger, Radler und Behinderte berücksichtigt werden, sagte die Abteilungsleiterin. Beim derzeit gerade untersuchten Standort Kreisel Dodendorfer Straße/Fermersleber Weg muss angesichts des wiederentstehenden Industriekomplexes auch der künftige Schwerlastverkehr ins Kalkül gezogen werden. Aus gleichem Grund ist der Kreisel im Kirschweg/Magdeburger Ring/Westseite vakant.(Kommentar)

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