Bürgerentscheid Ulrichskirche und Landtagswahl treffen in Magdeburg auf großes Interesse. Bis gestern Nachmittag gaben 19 201 Elbestädter ihre Stimmen für den künftigen Landtag ab. Das waren zu diesem Zeitpunkt bereits 4029 Wähler mehr als bei der Landtagswahl 2006. Ähnlich hoch ist die Beteiligung am Bürgerentscheid (19 087).

Altstadt. Ob der Bürgerentscheid von der Landtagswahl profitiert oder aber der Bürgerentscheid die Landtagswahl mitzieht – darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Kreiswahlleiter Holger Platz hält sich bei der Einschätzung deshalb auch zurück. Platz: "Gesichert ist nur, dass es in diesem Jahr mehr Briefwähler gibt als vor fünf Jahren."

Ob das auch auf eine insgesamt höhere Wahlbeteiligung schließen lässt, ist nicht vorherzusagen. Denn: Der Hang zur Briefwahl hat sich in den vergangenen Jahren bei Wah- len stets erhöht – auch ohne Bürgerentscheid als Huckepack. Ob die Steigerung 2011 auf der Kopplung mit dem Bürgerentscheid beruht, ist daher (noch) nicht einzuschätzen. Die Bewertung wird wohl erst nach der Wahl möglich sein, sollte es in Magdeburg gegen- über vergleichbaren Städten wie Halle ohne Bürgerentscheid eine deutlich höhere Wahlbeteiligung geben.

Mehr Beratung

Unabhängig davon herrscht – aus welchen Motiven auch immer – im Briefwahlbüro reges Treiben. Zahlreiche Magdeburger machen von ihrem Recht Gebrauch, schon vorab im Katzensprung 2 abstimmen zu können. Der Wahlvorgang ist dabei – anders als in anderen Jahren – von einem deutlich höheren Beratungsbedarf geprägt. Das bestätigt Kreiswahlleiter Holger Platz: "Vor allen wegen der Fragestellung beim Bürgerentscheid (,Sind Sie gegen den Wiederaufbau der Ulrichskirche?‘ - d. Red.) gibt es Unklarheiten. Unsere Mitarbeiter im Briefwahllokal als auch in den Wahllokalen am Sonntag sind alle geschult, entsprechende Fragen ohne Beeinflussung des Wahlverhaltens beantworten zu können." Magdeburg sei ansonsten auf die Landtagswahl und den Bürgerentscheid bestens vorbereitet. Die Wahllokale werden am Sonntag pünktlich 8 Uhr öffnen. Sicherheitshalber hat der Kreiswahlleiter eine schnelle Eingreiftruppe ins Leben gerufen, die bei Problemen sofort alarmiert werden kann.

Hubsteiger ist bereit

Das betrifft zum Beispiel Verstöße gegen die Plakatierungsvorschriften. Wahlwerbung darf nicht in unmittelbarer Nähe von Wahllokalen angebracht sein. Der Kreiswahlleiter hat deshalb sogar einen Hubsteiger in Einsatzbereitschaft, um notfalls Plakate auch aus luftiger Höhe entfernen zu lassen. Manche Parteien legen es gerade in der Nacht vor der Wahl noch einmal regelrecht darauf an, den Wähler auf den letzten Metern vorm Wahllokal noch einmal beeinflussen zu wollen. Der Hubsteiger soll helfen, diesen unerlaubten Luftangriff zu beenden.