Von Andreas Stein

Altstadt. In den Streit um die Nutzung des Domplatzes für kulturelle Veranstaltungen kommt Bewegung. Die Stadtratsfraktion SPD-Tierschutz-future! kündigte in einer Pressemitteilung an, auf der nächsten Sitzung des Stadtrates am 31. März den Antrag zur Erstellung eines Strategiepapiers einzubringen.

"Um in Zukunft ein Einvernehmen in der kulturellen Nutzung des Domplatzquartieres zu erreichen, ist ein Konzept notwendig, in dem alle Initiativen und Akteure zusammengefasst und ihre Erfahrungen beschrieben werden", erklärt Stadtrat Jens Hitzeroth, kulturpolitischer Sprecher der SPD. Er würdigte sowohl die Bedeutung des Domes selbst für das kulturelle Leben als auch die vom Theater Magdeburg etablierte Veranstaltungsreihe der Domplatz Open Airs. Den Dom als Markenzeichen bzw. Aushängeschild für große Kulturveranstaltungen zu nutzen, sei jedoch "mehr als legitim". Die Fraktion hält es mit Hinblick auf die Einrichtung eines Dommuseums und die Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt Europas für notwendig, dass das Kulturquartier Domplatz handlungsfähig bleibe und weiterentwickelt werde.

Neu angefacht hatte den seit Jahren schwelenden Streit um die Nutzung des Domplatzes Domkantor Barry Jordan. In einem an die Volksstimme gerichteten Leserbrief warf er dem Theater vor, den Dom während des sechswöchigen Sommertheaterbetriebes lediglich als Kulisse zu missbrauchen, während in dieser Zeit nahezu keine Abendveranstaltungen im Dom selbst möglich seien. Dom- und andere Chöre verlören dadurch ihre Heimstatt, andere Anbieter wie der MDR-Musiksommer würden verdrängt.

Oberbürgermeister Lutz Trümper widersprach dem deutlich, verwies auf konkrete Absprachen mit der Domgemeinde und sagte, dort könne man nicht für sich in Anspruch nehmen, dass der Domplatz zur Bannmeile würde.