Magdeburg. 20 Jahre und kein bisschen müde – die UNICEF-Arbeitsgruppe der Elbestadt ist rege wie eh und je. Die Bilanz der 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter fällt positiv aus: "Die Hilfsbereitschaft der Magdeburger ist groß, wir sind sehr zufrieden", sagt Leiterin Helga Kleiner. Mehrere Millionen Euro haben sie und ihre Mitstreiter in den zwei Jahrzehnten gesammelt, doch Zahlen seien nicht so wichtig – das Engagement zähle.

"Das Jubiläum ist für uns kein Grund zum Jubeln. Wir wollen es lieber nutzen, um weiter auf die Nöte der Kinder in dieser Welt aufmerksam zu machen", sagt Helga Kleiner. Schlechtes Gewissen und Mitleid sind schlechte Berater, weiß sie. Deshalb setzt die Gruppe neben dem üblichen Grußkartenverkauf vor allem auf Aktionen. "Sensibilisieren und motivieren" wollten und wollen die UNICEF-Mitarbeiter ihre Mitbürger. Es waren 20 aufregende Jahre seit der Gründung der Arbeitsgruppe am 3. September 1991. UNICEF ist in dieser Zeit politischer geworden, von der reinen Hilfsorganisation zur Kinderrechtsorganisation, die nicht nur Geld für Prothesen spendet, sondern sich z. B. aktiv gegen Landminen engagiert.

Höhepunkt in Magdeburg war wohl 1997, als die Stadt erste UNICEF-Partnerstadt in den neuen Bundesländern wurde. Über 300 Veranstaltungen organisierte die Gruppe damals gemeinsam mit der Kinderbeauftragten der Stadt, Kathrin Thäger, 750 000 DM kamen an Spenden zusammen.

Wem das Geld zugutekommt, entscheiden die Spender selbst – UNICEF hilft Kindern in Haiti, Pakistan, Afrika – und nun auch in Japan. Das aktuelle Weltgeschehen zeigt, die Katastrophen auf der Welt werden nicht weniger. Doch die Magdeburger "UNICEFler" sind ungebrochen optimistisch. "Wir müssen weitermachen, und wir können auch was bewegen", sagt Herta Göhlert.

Die Kindersterblichkeit hat abgenommen, die Schulbildung werde weltweit immer besser. Auf ihren Erfolgen ausruhen will sich die Arbeitsgruppe aber nicht. Im Jubiläumsjahr plant UNICEF wieder viele Aktionen (siehe Infokasten). Außerdem sollen mindestens 20 neue Fördermitglieder geworben werden. Ihr Büro hat die UNICEF-Gruppe übrigens in der Feuerwache Sudenburg. Dort ist sie unter Tel. 6 07 68 44 zu erreichen.