Besondere Momente erfordern zuweilen ungewöhnliche Maßnahmen. Diesen Umstand hat sich auch Wolfgang Sandhowe, neuer Trainer des abstiegsgefährdeten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, zueigen gemacht und den so genannten "Kampftag" eingeführt. Gestern war es soweit, fand der erste in der MDCC-Arena statt.

Magdeburg. Der intensive Arbeitstag für die Club-Kicker begann gestern früh bereits um 7.30 Uhr. Danach standen bei der ersten Übungseinheit 70 Minuten lang Spielformen auf dem Programm, bei denen Sandhowe vor allem Wert auf Aggressivität legte. Nach dem Frühstück durften die Akteure im Stadionkomplex regenerieren. Bei der zweiten Einheit ab 12 Uhr gab es im Wechsel Zweikampfschulung zwei gegen zwei bzw. Schnelligkeitsausdauertraining. Den Abschluss bildeten am Nachmittag Laufeinheiten auf der Leichtathletik-Anlage. Gegen 18 Uhr war es dann geschafft.

Sandhowe zeigte sich mit dem Ergebnis des ersten "Kampftages" sehr zufrieden ("Hervorragend, wie die Jungs mitgezogen haben. Die Einstellung stimmt zu 100 Prozent. Es gab keinerlei Abstriche") und nahm sogleich all jenen den Wind aus den Segeln, die nun eine Überbelastung befürchten: "Das passiert definitiv nicht. Ich werde das weitere Training so dosieren, dass die Mannschaft am Sonntag in Kiel topfit ist."

Allerdings kamen gestern längst nicht alle Spieler in den "Genuss" des ersten "Kampftages". Neuestes verletzungsbedingtes Opfer ist Maik Georgi, der sich beim 0:2 am Sonnabend bei Hertha BSC II an einer abschüssigen Stelle auf dem Rasen einen Außenbandabriss im Knöchel zuzog und voraussichtlich ebenso drei Wochen pausieren muss wie Daniel Bauer (seit vergangener Woche Knorpelabriss im Rippenbereich). Ferner fehlten gestern Daniel Halke, Franko Flückiger (beide Fieber) und Neuzugang Shergo Biran (Virusinfektion). Auch Sebastian Sumelka (Oberarm-Haarriss) befindet sich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Doch Jammern ist für Sandhowe ein Fremdwort: "Das habe ich noch nie getan. Dann müssen eben andere in die Bresche springen." Und: "Ich weiß, dass wir nicht absteigen werden, denn ich bin noch nie abgestiegen. Und das wird auch so bleiben." Allerdings räumte der 57-Jährige ein, dass die jüngsten Niederlagen den Spielern ganz schön zu schaffen machen: "Ich muss den Jungs Moral einflößen. Was wir dringend brauchen, ist ein Erfolgserlebnis."

Übrigens: Sein Verweis auf die Tribüne beim Hertha-Match hat keine Folgen: "Das Verfahren ist wegen Geringfügigkeit eingestellt worden", informierte der Coach, dem eine Flasche aus der Hand gerutscht war, der Unparteiische dies als Absicht ausgelegt hatte.