Die Mondsichelmadonna im Dom soll noch in diesem Jahr in neuem Glanz erstrahlen. Spenden von der Stadtsparkasse und des Domfördervereins machen es möglich. Gestern wurden die Gelder an die Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt übergeben.

Altstadt. Sie hat Flecken im Gesicht, in ihrer Krone fehlen ein paar "Zacken", und dass sie auf einer goldenen Mondsichel steht, kann der Betrachter nur erahnen: Die Mondsichelmadonna im Dom benötigt unbedingt eine Schönheitskur. Was allerdings auch nicht verwundert, denn immerhin zählt ihr reifes Alter deutlich über 400 Jahre. Dabei hatte sie immer einen festen Standpunkt an einer der Domsäulen. Die prachtvolle Alabasterkanzel wurde ihr erst später nach der Reformation zur Seite gestellt. Die Kanzel wurde zum Domjubiläum 2009 (800 Jahre) restauriert, jetzt ist die Mondsichelmadonna an der Reihe.

Rund 12 000 Euro wird diese Schönheitskur kosten, 8000 Euro davon hat die Domstiftung gestern symbolisch überreicht bekommen.

5000 Euro stammen von der Magdeburger Stadtsparkasse, Vorsitzender Horst Eckert hat sie übergeben. 3000 Euro konnte Stephen-Gerhard Stehli im Namen des Domfördervereins an die Stiftung weiterleiten. Damit sei man in der Lage, die Madonnenskulptur jetzt umgehend restaurieren zu lassen, freute sich Stiftungsvorstand Boje E. Hans Schmuhl.

Die Restaurierung der Madonna wird nicht ganz unkompliziert, wie Ralf Lindemann, Bauleiter der Domstiftung, erläuterte. So müsse es erst einmal "warm" werden im Dom. Das heißt, die Arbeiten können ab mindestens fünf Grad plus beginnen, da sonst einige Materialien nicht aushärten. Vorher werde die Oberfläche der Skulptur analysiert, da man wissen müsse, mit welchen Verschmutzungsarten man es zu tun habe. Diese Untersuchungen könnten schon sehr schnell beginnen.

Wissen wolle man auch, mit welchen Farben die Madonna einst farblich gestaltet worden war. Aber: "Es werden keine Farben wieder aufgetragen, die Madonna bleibt farblich in ihrem jetzigen Zustand", sagte Lindemann.

Ähnliches gelte auch für die Materialverluste an der Figur. Was im Laufe der Jahrhunderte abgebrochen sei, werde nicht wieder erneuert, so Lindemann. Ebenso werde man beim Baldachin über der Madonna und beim Sockel verfahren.

Die Restaurierung soll auch an Ort und Stelle vorgenommen werden. "Die Madonna bleibt an ihrem Platz, für die Arbeiten wird ein Gerüst gebaut. So eine Figur von ihrem Standort zu entfernen, ist viel zu riskant, weil man nie genau weiß, was das für Folgen haben könnte", erklärte Ralf Lindemann dazu.

Wenn alles gut läuft, soll die Restaurierung in diesem Jahr noch fertig werden.

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