Aus dieser Mannschaft soll einer schlau werden ... Nachdem sich Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg im Saisonverlauf schon mehrfach bis auf die Knochen blamiert hatte, reichte es am Sonntag beim zuletzt starken Tabellenachten Holstein Kiel zu einem kaum für möglich gehaltenen 1:0-Triumph.

Kiel/Magdeburg. Ein Spieler stand im Holstein-Stadion besonders im Blickpunkt – Chris-tof Köhne. In der 83. Minute hatte der 22-Jährige das "goldene Tor" erzielt und die Elbestädter damit von Zentnerlasten befreit (seit vier Spielen ohne Sieg und ohne Treffer).

Schon beim seinerzeit ebenso unerwarteten 2:0-Sieg gegen den HFC in Leipzig hieß der erste Torschütze Köhne – damals noch in Wembley-Manier. Diesmal schob er das Leder flach ins lange Eck und stürmte anschließend eher ungläubig davon. "So oft kommt es ja schließlich nicht vor, dass ich ein Tor schieße", beschrieb der Mann für die wichtigen Treffer die Momente des Glücksgefühls und vergaß dabei nicht, dass kurz zuvor Keeper Matthias Tischer bei einem "Mordsschuss" von Lindner die Gäste im Spiel gehalten hatte. "Den hat ,Tischi‘ überragend abgewehrt. Wenn wir da in Rückstand geraten wären, hätten wir wohl kaum noch gewonnen", so Köhne, der sich nach eigener Aussage mit der Ladehemmung (der FCM stellte in Kiel mit 487 torlosen Minuten einen neuen Negativrekord seit Club-Gründung 1965 auf) nicht näher beschäftigt hatte: "Solche Dinge spuken bei mir nicht ständig im Kopf herum. Ich wusste, dass es irgendwann wieder klappt. Natürlich war diesmal auch das nötige Glück dabei, aber wir waren alle mit Leidenschaft dabei und haben uns die drei Punkte so auch verdient." Der Linksfuß räumte jedoch ein: "Vor der Partie wären wir sicher auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Und eigentlich war‘s ja ein typisches 0:0-Spiel."

Lag‘s vielleicht auch am Trainer-Effekt, nachdem Wolfgang Sandhowe den erfolglosen Holländer Ruud Kaiser abgelöst hatte? Köhne: "Schwer zu sagen. Auf alle Fälle ist es so, dass uns der neue Trainer schon sehr motiviert."

Der Betroffene versprach, dass das so bleibt: "Ich werde auch in Zukunft genau darauf achten, dass die Einstellung stimmt und wir die Spannung hochhalten, um nicht abzusteigen. Die Jungs wissen, worum es geht. Das hat mir in Kiel viel Spaß gemacht", lobte Sandhowe seine Schützlinge und betonte, dass sie seine Haupt-Forderung, nämlich die Aggressivität gegen den Ball zu erhöhen, über weite Strecken gut umgesetzt hätten. Dieser Biss imponierte selbst Kiels Trainer Thorsten Gutzeit: "Magdeburg hat sich bis zuletzt gewehrt, immer auf seine Chance gewartet und eine schließlich davon genutzt."

Mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang hat sich der Club nun erst einmal Luft nach hinten verschafft. Doch das Team will mehr. Köhne: "Der Sieg gibt uns natürlich jede Menge Selbstvertrauen für die nächsten Spiele. Aber es waren nur drei Punkte – nicht mehr und nicht weniger. Ich hoffe, dass wir nun zu Hause gegen Energie Cottbus II (Sonntag, 13.30 Uhr) nachlegen können."