Schock in der Cracauer Straße 57: Gestern Morgen hat es dort schon wieder gebrannt. Und erneut geht die Polizei von Brandstiftung aus. Der Hauptverdächtige kann es dieses Mal nicht gewesen sein.

Magdeburg. Damit haben die Hausbewohner sicherlich nicht gerechnet. In der Cracauer Straße 57 hat es erneut gebrannt – und das bereits zum vierten Mal in kurzer Zeit.

Wie Feuerwehr und Polizei berichteten, brach gestern wieder im Keller des Hauses ein Feuer aus und wieder war es nach ersten Ermittlungen Brandstiftung. Gegen 6.44 Uhr wurde von Anwohnern Rauch entdeckt, der sich im ganzen Hausflur ausgebreitet hatte und aus einem Kellerfenster quoll. Sofort brachten sich die Hausbewohner ins Freie in Sicherheit, ein 19-jähriger Mieter erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung.

Insgesamt mussten drei Bewohner vom Notarzt untersucht werden, ins Krankenhaus musste aber dieses Mal niemand eingeliefert werden. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Das verqualmte Treppenhaus wurde von Feuerwehrmännern, die mit Atemschutzmasken ausgerüstet waren, sofort nach möglichen Verletzten abgesucht und dann mit einem sogenannten Tempestlüfter belüftet.

Als das Feuer aus war, nahm der Kriminaldauerdienst die ersten Ermittlungen auf. Der Grund: "Ein technischer Defekt oder Ähnliches, was den Brand ausgelöst haben könnte, wurde nicht festgestellt", sagte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. "Wir gehen erst einmal von Brandstiftung aus und ermitteln in alle Richtungen." Mehr wollte die Polizei gestern aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben.

Aber: "Der 23-jährige Magdeburger, der im Verdacht steht, drei Brände in dem Haus gelegt zu haben, kann es nicht gewesens sein, der befindet sich noch in Untersuchungshaft", sagte Thomas Kriebitzsch.

Der Mann wird verdächtigt, am 16. Februar und am 4. sowie 14. März Brände im Keller und auf dem Dachboden des Hauses in der Cracauer Straße 57 gelegt zu haben. Am 15. März konnte der 23-Jährige, der bei der Polizei wegen anderer Delikte kein Unbekannter ist, festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt werden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Auf die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem neuerlichen Brand in dem Haus und dem in U-Haft sitzenden Tatverdächtigen gibt, blieb die Polizei die Antwort schuldig und verwies auf die laufenden Ermittlungen, "die in alle Richtungen gehen", so der Polizeisprecher.

Verdächtiger hinter Baumarkt gestellt

Thomas Kriebitzsch konnte allerdings noch eine zweite Festnahme eines mutmaßlichen Brandstifters bekannt geben. In der Nacht zum Sonntag stellte eine Polizeistreife einen 39-jährigen Magdeburger in Cracaus Nachbarstadtteil Brückfeld. Der Mann wurde von der Polizei dabei beobachtet, wie er sich in der Ölweide hinter einem Baumarkt an einem Altpapiercontainer zu schaffen machte. Kurze Zeit später brannten zwei Container und die Polizeibeamten griffen zu und verhafteten den 39-Jährigen. Wie Thomas Kriebitzsch sagte, hatte der Mann die Container offensichtlich mit einem Einwegfeuerzeug in Brand gesteckt.

Die Polizeistreife war übrigens nicht zufällig vor Ort. Hinter dem Baumarkt hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder gebrannt. Mal waren es Container, mal Stapel mit Holzpaletten. "Aus diesem Grunde wurde das Gebiet intensiver von der Polizei bestreift", so Kriebitzsch, "mal offensichtlich durch Polizeibeamte in Uniform, mal durch Beamte in Zivil." Und mit der Festnahme des 39-Jährigen könnte die Aktion von Erfolg gekrönt sein.

Einen Zusammenhang zwischen den Bränden in der Cracauer Straße und hinter dem Baumarkt in Brückfeld gebe es aber nicht.

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