Es hätte das Endspiel im Fußball-Landespokal sein können. Doch das Los wollte, dass die Regionalligisten 1. FC Magdeburg und Hallescher FC bereits im Viertelfinale aufeinandertreffen. Dem Gewinner des heutigen 68. Duells beider Vereine (Anstoß 16 Uhr, Stadion am Halleschen Bildungszentrum) winkt im Halbfinale am 25. April beim Landesligisten SSV Landsberg eine lösbare Aufgabe.

Magdeburg.Elfmeterschießen hat FCM-Trainer Wolfgang Sandhowe vor dem bedeutungsschwangeren Pokalknüller nicht gesondert üben lassen. Ein Indiz dafür, dass der 57-Jährige eine Entscheidung innerhalb der regulären 90 Minuten bzw. der Verlängerung erwartet? Allerdings mussten zum Abschluss des ges-trigen Trainings doch alle Akteure vom Elfmeterpunkt ran, vom Coach verschmitzt so begründet: "Das Abschlussspiel endete unentschieden. Wir mussten also einen Gewinner ermitteln, denn der Verlierer muss Bälle, Leibchen und Kegel abräumen …"

Deutlich ernster blickte Sandhowe drein, als er über die heutige Partie plauderte: "Das ist ein Prestigeduell, dessen Bedeutung für den FCM nicht hoch genug bewertet werden kann. Ein Weiterkommen im Pokal ist für uns ebenso wichtig wie der Klassenerhalt."

Schließlich winken dem Landespokalsieger 150 000 Euro an TV-Geldern – angesichts zuletzt drastisch gesunkener Zuschauer-Einnahmen ein wahrer Segen.

Seine Elf will der Coach in der gleichen Formation wie zuletzt in Kiel aufs Feld schicken: In einem 4-4-2, dabei allerdings mit den Angreifern Wolf und Biran, der zuletzt erkrankt war und statt Verkic für mehr Torgefahr sorgen soll.

Den HFC gesondert beobachtet hat Sandhowe, der zuletzt vor fast einem Jahr als Coach von Lok Stendal 1:4 im Halbfinale an den Saalestädtern gescheitert war, nicht. Er weiß aber: "Der HFC hat in der Offensive mit Neubert, Lindenhahn und Aydemir gute Leute. Wir wollen sie aber durch frühzeitiges Attackieren nicht ins Spiel kommen lassen."

Die Kapitänsbinde beim FCM trägt wegen der Rippenverletzung von Daniel Bauer wieder Stephan Neumann. Der 29-Jährige meint: "Wir haben uns viel vorgenommen. Wenn wir taktisch und kämpferisch so spielen wie in Kiel, ist was drin. Selbstvertrauen konnten wir beim 1:0 in Kiel ja tanken."

Fußballspieler sind als abergläubisch bekannt. So wird der FCM vor der Abreise nach Halle im Hotel Lindenweiler bei Ex-FCM-Präsident Eckhard Meyer zu Mittag essen. Serviert werden Hühnchen, Spaghetti und Salate. Die Mannschaft isst, so Meyer, traditionell vor bedeutsamen Spielen in seinem Restaurant und wäre beinahe nach einem solchen Essen in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Das war 2007 noch unter Trainer Dirk Heyne. Doch damals hatte sich der FCM entgegen der Gewohnheit in ein zweitägiges Trainingslager nach Meisdorf zurückgezogen und – wie konnte es anders sein – mit dem 1:1 den zum Greifen nahen Aufstieg glatt verspielt …