Sie sind Neustadt-Reporter, Freizeitkoordinatoren, "Sozialpaten" oder Theaterschauspieler. 24 Langzeitarbeitslose haben seit Juni 2009 im Projekt "Soziale Integration Neue Neustadt – Leben mit SINN" in der Bremer Straße 10 tatsächlich einen Sinn gefunden. Ihr Ziel: Sie wollen zurück auf den ersten Arbeitsmarkt.

Neue Neustadt. In sieben Teilbereichen, die im Rahmen des Sozialprojekts angeboten werden, erhalten Teilnehmer die Chance dazu, können sich verwirklichen, ihre Talente entdecken und schulen. Gleichzeitig leisten sie soziale Arbeit für die Neue Neustadt.

"Das Ziel ist, sie für den Arbeitsmarkt wieder fit zu machen", erklärt Rolf Kunsch, Geschäftsstellenleiter des Institutes für Marktwirtschaft (IMA) Magdeburg, das im Auftrag der Stadt und des Jobcenters Magdeburg für das Projekt verantwortlich ist.

Tatjana Knochenhauer zum Beispiel ist von Anfang an mit dabei. Die 35-Jährige zog es vor sieben Jahren der Liebe wegen in die Elbestadt. Sie ist gelernte Buchhalterin, hat in Magdeburg an den Euro-Schulen Deutsch gebüffelt und ist nun auf der Suche nach einer Festanstellung.

Im Info- und Kulturcentrum, einem Teilprojekt von "Leben mit SINN", fühlt sie sich gut aufgehoben: "Ich kann meine sprachlichen Fähigkeiten schulen. Außerdem bin ich eine Teamarbeiterin." Die junge Frau hilft z. B. Bürgern, die den Weg in die Bremer Straße finden, bei der Recherche nach Jobs oder beim Schreiben von Bewerbungen. Das Info- und Kulturzentrum ist zugleich ein sozialer Treffpunkt im Stadtteil.

Ein weiteres Teilprojekt ist das Sozialtauschhaus. Bedürftige können hier gebrauchte Textilien und Gegenstände des täglichen Bedarfs tauschen, die Projektteilnehmer beraten sie dabei gerne.

Die Teilnehmer des Projekts "Neustädter Theaterherzen" wiederum reisen in Schulen, Kitas und Seniorenheime und führen dort Theaterstücke auf.

Die Neustadt-Reporter schreiben vier Mal im Jahr eine Stadtteilzeitung, in der über Menschen und Institutionen berichtet wird sowie Geschichten aus der Neustadt erzählt werden.

Wer Lebenshilfe oder Beratung sucht, findet sie ebenso in der Bremer Straße 10. Die Freizeitkoordinatoren des Projektes stellen u. a. auf Wunsch verschiedene Freizeitangebote zusammen. Projektverantwortliche Mandy Sempf verweist auf den Erfolg von "Leben mit SINN": "Im gesamten Zeitraum konnten wir fünf Teilnehmern eine Ausbildung vermitteln und sechs in Arbeit bringen." Ein Teilnehmer hat sich zudem selbstständig gemacht.

Wladimir Gepting, studierter Diplomlehrer aus Kasachstan, kam durch das Projekt auf eine Idee. Mit Hilfe von Rolf Kunsch, der auch Existenzgründercoach ist, wurde er für die Selbstständigkeit fit gemacht. Heute unterrichtet er an verschiedenen Bildungsträgern und hat somit auch die berufliche Integration erfolgreich bewältigt.

 

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