Von Rainer Schweingel

Altstadt. Giselher Quast ist wieder 2. Domprediger. Der Pfarrer kehrt auf die Stelle zurück, die er im Streit mit der Landeskirche zum Jahresbeginn 2011 verlassen sollte. Quast war auf eine neue Stelle der Landeskirche am Dom gedrängt worden. Seine Aufgaben als geschäftsführender Pfarrer hatte ein Kollege übernommen, während die eigene Stelle zur Wiederbesetzung ausgeschrieben wurde. Darüber sollte im März entschieden werden. Dies ist hinfällig.

Hintergrund ist eine Klage, die Quast im Februar gegen die Landeskirche eingereicht hatte. Damit wehrte er sich gegen die Vereinbarung zur Umsetzung. Doch zu einer Verhandlung kam es nicht. Nach Einreichung der Klage zog die Landeskirche die Umsetzung Quasts zurück, so Friedemann Kahl, Sprecher der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Quast ist nun wieder 2. Domprediger hinter Bischöfin Ilse Junkermann, allerdings ohne Geschäftsführung, die vorerst beim Interimspfarrer verbleibt. Ob die Rücknahme auch das Ende der Umstrukturierung bedeutet, ist unklar. Sprecher Kahl sagte, dass in den nächsten Wochen Entscheidungen anstünden.

Quast betonte, dass auch er sich einen zweiten Pfarrer an seine Seite wünsche. Quast: "Es gibt genug kreatives Potenzial, das wir in der Kirche umsetzen müssen. Ich habe vier Vorschläge unterbreitet, wie die neue Pfarrstellenbesetzung aussehen könnte." Einzelheiten nannte er nicht.