Neustädter See. An der IGS "Regine Hildebrandt" hat sich die Anspannung wieder gelegt und Lehrer wie Schüler sind glücklich: Awas Ahmi braucht nicht mehr zu befürchten, dass sie am 13. April Deutschland verlassen muss. Zwar hatte die Ausländerbehörde der Stadt für sie und ihre Familie eine Abschiebung angekündigt, ein Gespräch bei OB Lutz Trümper schaffte am Mittwoch aber mehr Klarheit in der Sache und sorgt für berechtigte Hoffnung, dass die ganze Sache für die 16-Jährige gut ausgehen wird (wir berichteten gestern).

"Wir sind darüber wirklich sehr glücklich", sagte gestern Dr. Annette Breitenfeld, Leiterin der Schule, im Volksstimme-Gespräch. Awas könne ihr Abitur in Magdeburg machen und habe auch sonst hier eine gute Perspektive.

Richtig stolz ist Annette Breitenfeld auf ihre Schüler. "Sie haben sich schützend vor einen Menschen aus ihrer Mitte gestellt und stehen ihm in einer schwierigen Lage bei. Das macht richtig Hoffnung", ist die Schulleiterin so begeistert wie berührt vom Engagement ihrer Schüler.

Und damit lebten die Schülerinnen und Schüler auch den Anspruch, den sich die Schule im vergangenen Jahr gegeben hat. Man hatte sich um den Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" beworben und Anfang 2010 den Titel auch verliehen bekommen. Die Schüler hätten deutlich gezeigt, dass sie hinter der Aktion stehen und vor allem auch tatsächlich da sind, wenn es ernst werde, anerkennt die Schulleiterin. Und Klassenlehrerin Simone Balogh berichtete, dass Schüler zu ihr gekommen seien und sagten, "jetzt können wir auch mal umsetzen, was wir im Ethikunterricht behandeln".

OB Lutz Trümper freute sich ebenfalls am Mittwoch nach seiner Jugendsprechstunde, zu der eine Delegation der Hildebrandt-Schüler gekommen war. "Magdeburg hat ja leider keinen so guten Ruf, was Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit betrifft. Die Hildebrandt-Schüler zeigen deutlich, dass Magdeburg eben nicht so ist, wie es einige wenige politisch Verblendete erscheinen lassen wollen."

Die Schule will jetzt weiterhin Awas Ahmi und ihre Familie in den kommenden Wochen unterstützen, wenn es darum geht, die anstehenden Probleme in Sachen Aufenthaltsgenehmigung zu meistern. "Wichtig ist, dass jetzt erst einmal die Angst aus der ganzen Sache raus ist", sagt Schulleiterin Annette Breitenfeld.

Gestern war noch ein MDR-Fernsehteam in der Schule und hat einen Bericht über das 16-jährige Mädchen aus Syrien und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, für die "Schule mit Courage" nicht nur ein Schild am Schuleingang ist, gedreht.

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