Die Polizei sucht nach unbekannten Schützen, die am Donnerstag zwischen 12 und 18.36 Uhr in mehreren Stadtteilen mit Stahlkugeln Scheiben von Häusern, einem Auto, einem Bus und einer Straßenbahn durchschossen haben. Die Beamten gehen von mindestens vier Tatorten aus. Die Spurensicherung stellte mehrere Stahlkugeln mit einem Durchmesser von 2,5 und 5 Millimeter sicher. Es wird vermutet, dass die Täter aus einem Auto heraus die Scheiben wahllos beschossen haben.

Magdeburg. Der bisher einzige Zeuge, der ein dunkles Auto während der Schüsse beobachtet und einen hellen Blitz bemerkt haben will, als um 18.36 Uhr die Scheibe eines Linienbusses in der Großen Diesdorfer Straße/ Arndtstraße splitterte, ist für die Polizei nicht greifbar. Der Fahrgast sprach zwar kurz mit dem Busfahrer, verschwand dann aber. "Wir suchen nun dringend diesen Fahrgast und natürlich auch andere Zeugen des Vorfalls", erklärte gestern Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch.

Die Erkenntnisse der Kripo stützen sich deshalb gegenwärtig nur auf die bisher gemeldeten Schäden und die sichergestellten Stahlkugeln.

Danach zieht sich eine Spur quer durch die südlichen Stadtteile. In der Großen Schulgasse haben die Täter Scheiben in einem Mehrfamilienhaus, einem Einfamilienhaus und einem abgestellten Auto zerschossen. In weiterer Folge schossen die Unbekannten auf eine Scheibe der Straßenbahn der Linie 1 im Westring zwischen der Spielhagenstraße und Liebknechtstraße.

Bisher bekannter Endpunkt der schießwütigen Angriffe war die Haltestelle Arndtstraße des Busses der Linie 52. Aufgrund der angerichteten Schäden, die von den kleinen Stahlkugeln angerichtet wurden, geht die Polizei von einer umgebauten Gasdruckwaffe aus.

Wegen der unterschiedlichen Durchmesser der Kugeln könnten aber Luftdruckwaffen oder sogar eine sogenannte "Zwille" in Frage kommen. Das würde zwar nicht zum beobachteten "hellen Blitz" passen, aber zu den sichergestellten Kugeln. In jedem Fall aber, da sind sich die Ermittler sicher, hätten Menschen durch die Geschosse sehr schwer verletzt oder gar getötet werden können, wenn die Kugeln schon dicke Scheiben mit Leichtigkeit durchschlagen.

Zeugen oder auch weitere Betroffene der Angriffe werden gebeten, sich unter Telefon 5 46 21 96 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.

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