Eine weitere große Baulücke könnte in der Stadt geschlossen werden. Ein Unternehmen aus Weimar will große Teile des ehemaligen Schlachthofgeländes an der Liebknechtstraße erschließen.

Stadtfeld Ost. Jetzt sind die Pläne konkret: Das ehemalige Schlachthofgelände an der Liebknechtstraße soll weiter bebaut werden. Einen großen Kaufland-Markt nebst Parkhaus gibt es dort bereits, die Saller-Gruppe aus Weimar will auf einem weiteren großen Teil der Gewerbefläche ein Einkaufszentrum bauen. Dazu liegt der Stadt nicht nur ein Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanes vor (wir berichteten), im Bauamt hat man für den Stadtrat auch schon einen abstimmungsfähigen Bebauungsplan mit dem Titel "Zum Handelshof" (Nr. 223-1.2) ausgearbeitet. Die Abstimmung dazu ist für die Mai-Stadtratssitzung geplant.

Insgesamt will der Investor auf dem Schlachthof-Gelände 51137 Quadratmeter Gewerbefläche bebauen. Das wäre der größte Teil des Geländes überhaupt. Auf rund 26000 Quadratmetern rechts der Straße "Zum Handelshof" soll ein Fachmarktzentrum entstehen, wobei die reine Verkaufsfläche bei etwa 8700 Quadratmetern liegt. Geplant sind dort Märkte für Lebensmittel, Drogeriewaren, Textilien, Schuhe, Sportwaren, Fahrräder, ein Zoo- und ein Matratzenfachmarkt. Auch einen Sonderpostenmarkt soll es dort geben. Der Branchen-Mix für den gesamten Fachmarkt stehe aber noch nicht in allen Einzelheiten fest und könne sich noch ändern, so der Investor in seinem Antrag.

Märktekonzept

Gegenüber dem Fachmarkt auf der linken Seite der Straße "Zum Handelshof" soll noch eine Fläche mit der Größe von 25000 Quadratmetern erschlossen werden. Diese Fläche ist als "eingeschränktes Gewerbegebiet" geplant. Dort sollen unter anderem Dienstleistungsunternehmen und Gastronomie angesiedelt werden. Dort hat es der Investor auch mit zwei denkmalgeschützten Gebäuden des ehemaligen Schlachthofs zu tun. Diese Gebäude, zum Beispiel die "Viehbörse", sollen nach Aussage der Saller-Gruppe erhalten und in das Erschließungskonzept mit einbezogen werden.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt sieht die Stadt nicht als notwendig an, allerdings hat sie das Projekt in einer anderen Richtung "abklopfen" lassen. Zu prüfen war, ob sich der neue Fachmarkt mit dem Märktekonzept, das sich die Stadt gegeben hat, "beißt". Das Märktekonzept legt fest, dass an der Peripherie der Innenstadt keine Einzelhandelsmärkte angesiedelt werden dürfen, deren Angebot "innenstadtrelevant" ist. Schaut man sich den geplanten Branchen-Mix des neuen Schlachthof-Zentrums an, so stellt man fest, dass die Angebote mit denen in der Innenstadt eigentlich deckungsgleich sind – Sportartikel, Schuhe, Textilien, Fahrräder usw. Ein Gutachten, das die Stadt von der "Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung" habe erstellen lassen, komme aber zu dem Schluss, dass der neue Markt für die Innenstadt kein Problem bedeutet. "Die Stadt empfiehlt dem Stadtrat die Zustimmung zu dem Projekt", sagt Rathaussprecherin Cornelia Poenicke. Wenn es bedeutende Probleme im Rahmen des Märktekonzeptes geben würde, hätte die Empfehlung nicht gegeben werden können.

Letztendlich entscheide aber der Stadtrat, ob dem Bebauungsplan zugestimmt werde, so Cornelia Poenicke.