Der Bürger- und Heimatverein Diesdorf (33 Mitglieder) möchte sich breiter aufstellen und verstärkt um Mitstreiter werben, um der selbst erklärten Rolle als "Sprachrohr der Diesdorfer" besser gerecht zu werden. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Mitgliederversammlung. Vorausgegangen war die Kritik aus den eigenen Reihen, der Verein unternehme zu wenig, um Mitglieder zu gewinnen. Für neue Bewohner des Ortsteils will der Verein nun ein Diesdorfer Begrüßungspaket auflegen.

Diesdorf. Die Bevölkerung des alten Bördedorfes wächst seit Jahren. Von 2153 Diesdorfern im Jahr 1993 stieg die Einwohnerzahl bis zum Dezember vergangenen Jahres auf 3431. Weitere Eigenheimgebiete stehen vor der Erschließung, zum Beispiel auf dem alten LPG-Gelände am Kümmelsberg.

In den mehr als zehn Jahren seines Bestehens konnte der Bürger- und Heimatverein von der Einwohnerentwicklung kaum profitieren. In den vergangenen vier Jahren verbuchte der Verein nach Angaben der bisherigen Schatzmeisterin Elke Mücke gerade einmal sechs zusätzliche Mitglieder und hat jetzt 33 Namen in der Kartei stehen. "Wir hatten mal die Aktion gestartet, jedes Mitglied wirbt ein neues Mitglied. Das hat aber nicht so toll funktioniert", räumte Vereinsvize Heiner Laugisch ein.

Nun will der Bürger- und Heimatverein auf eine neue Strategie setzen. Vereinsmitglied Bernd Reppin regte ein Begrüßungspaket für Neu-Diesdorfer an. "Mit diesem Willkommensgruß zum Einzug können wir Informationen über unseren Ort und seinen Bürgerverein überreichen", sagte Reppin. "Einen Mitgliedsantrag packen wir gleich mit rein, und dazu gibt es unseren Schrotetropfen", sagte Laugisch. Den Schrotetropfen, ein Kräuterlikör, hergestellt aus dem angeblich "heilenden Wasser der Schrote", brachte der Verein im vergangenen Jahr heraus.

Darüber hinaus könne der Verein auf Veranstaltungen im Ortsteil stärker aktiv um Mitglieder werben, regte Laugisch an. Einen Teil der Feste im alten Bördedorf richtet der Heimatverein mit dem Osterfeuer, dem Schrotefest im Sommer und dem Adventsmarkt ohnehin selbst aus. Der Verein brauche mehr Mitstreiter, sagte auch der neu in den Vorstand gewählte Diesdorfer Olaf Dziuba. Engagement sei nicht nur bei den Veranstaltungen gefragt. "Wir verstehen uns als Sprachrohr der Diesdorfer, engagieren uns für die Umwelt und die Infrastruktur unseres Ortes", so Vereinschef Hilmar Knop. Nebenbei bedeuteten mehr Mitglieder auch eine breitere finanzielle Basis, über die sich Neu-Schatzmeister Henry Ziemann angesichts einer angespannten Kassenlage (Jahresabschluss 2010 voraussichtlich gerade so mit einer schwarzen Null) ebenfalls freuen dürfte. Der Mitgliedsbeitrag kostet 50 Euro im Jahr.

 

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